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EU-Projekt sagt Übergewicht und Begleiterkrankungen den Kampf an

Donnerstag, 2. Juli 2020

/Jürgen Fälchle, stock.adobe.com

Ulm – 29 internationale Partner aus Forschung und Industrie suchen in einem neuen Pro­jekt der Europäischen Union (EU) nach Risikofaktoren für Übergewicht und nach Thera­pi­en für verschiedene Patientengruppen. Für das Vorhaben namens „SOPHIA“ („Stratificati­on of Obese Phenotypes to Optimize Future Obesity Therapy“) stehen 16 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Federführung liegt beim University College Dublin, in Deutschland bringt die Univer­sität Ulm ein großes Diabetes- und Adipositas-Register ein. Verantwortlich ist das Zen­tral­­institut für Biomedizinische Technik (ZIBMT) am Ulmer Institut für Epidemiologie und Medizinische Biometrie.

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Die Forschungsergebnisse sollen neben unmittelbar Betroffenen der Wissenschaft sowie dem Gesundheitssystem zugutekommen: „Wir wollen medizinische Fachkräfte in die Lage versetzen, gesundheitliche Probleme aufgrund von Adipositas frühzeitig vorherzusehen und zu erkennen, wer auf eine Behandlung ansprechen würde“, erklärte der Projektko­or­di­nator Carel le Roux vom University College Dublin.

Im Augenblick lasse sich kaum vorhersagen, wer von den rund 650 Millionen Betroffenen weltweit ernsthafte Folgeerkrankungen entwickeln werde. Die mehr als 200 bekannten Kom­plikationen reichten von Diabetes über Herz-Kreislauferkrankungen bis zur Arthrose, hieß es aus dem Forschungskonsortium.

Ein Schwerpunkt von SOPHIA liegt auf den gesundheitlichen Folgen einer Diabeteser­kran­kung (Typ 1 und 2): „In einigen europäischen Ländern leiden rund die Hälfte der Er­wa­chsenen mit Typ-1-Diabetes und über 80 Prozent der Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes an Übergewicht beziehungsweise Adipositas“, erläuterte der Ulmer Diabetesexperte Rein­hard Holl.

Das Zentralinstitut für Biomedizinische Technik am Ulmer Institut für Epidemiologie und Medizinische Biometrie bringt vor allem zwei große, nationale Register in das Projekt SOPHIA ein: Das Diabetes-Register umfasst Daten von aktuell rund 650.000 Patienten aller Altersgruppen und mit allen Diabetestypen. Einen Schwerpunkt auf übergewichtige Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene legt hingegen das Adipositas-Register, in dem Daten von rund 120.000 Patienten enthalten sind.

„Für diese mit Abstand größten Register im Projekt SOPHIA werden Langzeitdaten in Ulm gesammelt und mit modernen mathematischen Verfahren ausgewertet. Aufgrund dieser Informationen modellieren wir unter anderem Faktoren, die mit der Ab- und Zunahme von Gewicht bei Adipositas oder Diabetes verbunden sind“, sagte Nicole Prinz aus der Ul­mer Arbeitsgruppe.

Das Projekt SOPHIA wird im Zuge der „Innovative Medicine Intiative“ (IMI) gefördert, einem gemeinsamen Vorhaben der Europäischen Kommission und des Europäischen Verbands der Pharmaindustrie. © hil/aerzteblatt.de

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