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Politik

Kombination von Ceftolozan mit Tazobactam erweitert Antibiotikatherapie

Donnerstag, 2. Juli 2020

/Sherry Young, stock.adobe.com

Köln – Die Kombination der beiden Wirkstoffe Ceftolozan und Tazobactam erweitert das Spektrum der Antibiotikatherapie bei Erwachsenen mit schweren Infektionen in Lunge, Harnwegen, Nierenbecken und Bauchhöhle.

Sie ist damit eine wichtige zusätzliche Behandlungsoption – allerdings fehlen Studien zur Resistenzsituation. Das berichten Wissenschaftler des Instituts für Qualität und Wirt­schaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in organbezogenen Nutzenbewertungen der Wirkstoffkombination.

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Die zugrunde liegenden Zulassungsstudien in den Hersteller-Dossiers sind laut IQWiG zwar prinzipiell hochwertige randomisierte kontrollierte Studien.

Allerdings verglichen sie die neue Wirkstoffkombination bei den Indikationen für Lunge und Bauchhöhle bezie­hungsweise für Harnwege und Nierenbecken jeweils nur mit einem anderen Antibiotikum – ohne dass sich dabei jeweils relevante Unterschiede zwischen Interventions- und Kon­trollgruppe zeigten.

Dieser stark eingeschränkte Vergleich entspreche jedoch nicht den viel breiteren Thera­pie­optionen, die gemäß der zweckmäßigen Vergleichstherapie als geeignete Therapie vor­gesehen seien. „Das ist sehr schade, denn die Entwicklung neuer Antibiotika ist grund­sätzlich notwendig und zu begrüßen“, sagte Thomas Kaiser, Leiter des IQWiG-Ressorts Arzneimittel.

Für Aussagen zum Zusatznutzen seien Studien nötig, die die lokale und individuelle Re­sistenzlage angemessen berücksichtigten. Daran fehle es leider in den vorgelegten Stu­dien, so Kaiser. In der Gesamtschau zeigten sich auf Basis der vorliegenden Daten daher keine Belege für Vor- oder Nachteile von Ceftolozan/Tazobactam – ein Zusatznutzen sei also nicht belegt.

Das IQWiG weist daraufhin, dass sich Aussagen zur Resistenzsituation auch in vitro im Labor gewinnen ließen. „Auch auf Basis von In-vitro-Daten ist ein Vorteil für ein neues Antibi­otikum grundsätzlich vorstellbar, falls der neue Wirkstoff eine hohe Wirksamkeit zeigt, während die im Anwendungsgebiet bisher verfügbaren Wirkstoffe (nahezu) keine Wirksamkeit zeigen“, erläutern die IQWiG-Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

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