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Ärzteschaft

Zahl der Hausbesuche in der Coronakrise gestiegen

Donnerstag, 2. Juli 2020

/dpa

Berlin – In der Hochphase der Coronapandemie haben die niedergelassenen Ärzte mehr Hausbesuche gemacht als in der gleichen Zeit im Vorjahr. Das geht aus einer vorläufigen Datenanalyse des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hervor. Das Ins­titut reagiert damit auch auf eine gestrige Stellungnahme der Deutschen Krankenhaus­gesellschaft (DKG).

Deren Hauptgeschäftsführer Georg Baum hatte zusammen mit dem DKG-Präsidenten Gerald Gaß erklärt, die niedergelassenen Ärzte hätten sich in der COVID-19-Hochphase nicht in dem Umfang eingebracht, wie es für sie möglich gewesen wäre. „So hat es keine Hausbesuche gegeben und für viele Patienten war das Krankenhaus die letzte Möglich­keit für eine Versorgung“, sagten sie.

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Laut der Zi-Untersuchung auf der Basis von Frühinformationen der Abrechnung des ers­ten Quartals 2020 ist die Zahl der Hausbesuche in den letzten beiden Märzwochen des Jahres 2020 um circa 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Gleichzeitig ist offen­bar die Zahl der ambulanten Notfälle, zum Beispiel in den Bereitschaftsdienstpraxen und in den Notfallambulanzen der Krankenhäuser um etwa 25 Prozent gesunken.

„Die Aussagen der DKG sind mit der Datenlage nicht vereinbar“, erklärte der Vorstands­vor­sitzende des Zi, Dominik von Stillfried. Weder seien die Hausbesuche zurückgegangen noch habe es einen Ansturm auf die Krankenhaus-Notfallambulanzen gegeben.

„Im Zuge der Coronakrise war die Bevölkerung sehr vorsichtig mit Besuchen in den Not­fallambulanzen, was zu den erheblichen Fallzahlrückgängen führte. Dieser Rückgang wur­de zum Teil durch den fahrenden Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereini­gungen aufgefangen“, sagte von Stillfried.

Laut der Zi-Auswertung ist auch die Zahl der abrechnenden Ärzte insbesondere im haus­ärztlichen und grundversorgenden fachärztlichen Bereich in den letzten beiden Märzwo­chen gegenüber dem Vorjahr konstant geblieben. „Auch wenn insbesondere ältere Patien­ten die Praxis seltener aufgesucht haben, standen die Niedergelassenen für die Versor­gung zur Verfügung“, sagte von Stillfried.

Ende Juli will das Zi den vollständigen Zahlenbericht zur vertragsärztlichen Versorgung im Zuge der Coronakrise veröffentlichen. © hil/aerzteblatt.de

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