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Ärzteschaft

Allgemeinmedizin häufigste Facharztprüfung in Baden-Württemberg

Donnerstag, 2. Juli 2020

/dpa

Stuttgart – Die Prüfung zum Allgemeinmediziner war 2019 in Baden-Würtemberg die häufigste Facharztprüfung. Das geht aus der aktuellen Ärztestatistik 2019 der Landes­ärzte­kammer hervor, die jetzt erschienen ist.

Danach haben 234 Ärzte im vergangenen Jahr die Facharztprüfung für Allgemeinmedizin abgelegt. Auf dem zweiten Platz folgten die Facharztanerkennungen für Innere Medizin (223) und für Anästhesiologie (188).

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Auch im Vorjahr 2018 war die Facharztanerkennung für Allgemeinmedizin ganz vorn – damals waren es 238 Anerkennungen, ebenfalls gefolgt von Innerer Medizin (226) und Anästhesiologie (155). 2017 hatte das Fachgebiet Innere Medizin die meisten Anerkenn­ungen (217), Allgemeinmedizin belegte damals Platz zwei (198).

„Die Zahlen geben Grund zur Hoffnung, denn der verstetigte Trend zeigt: Der Beruf Haus­arzt wird für junge Kollegen interessanter“, sagte der Präsident der Lan­des­ärz­te­kam­mer, Wolfgang Miller.

Er wies auf die gemeinsamen Bemühungen der Landesregierung, der Universitäten, der Lan­des­ärz­te­kam­mer, der Kassenärztlichen Vereinigung, der Krankenhausgesellschaft, der Berufsverbände und anderer hin, die Allgemeinmedizin für junge Ärzten attraktiver zu machen.

Dazu trügen neben der finanziellen Förderung der Weiterbildung angehender Hausärzte auch die regionalen Weiterbildungsverbünden bei, eine Koordinierungsstelle sowie Semi­nar- und Mentoringprogrammen.

Mittel- bis langfristig wirkten auch das Landärzteprogramm und die Erhöhung der Zahl von Medizin-Studienplätzen dem Hausärztemangel entgegen. „Das alles sorgt mit dafür, dass sich mehr Ärzte als bisher für die Weiterbildung Allgemeinmedizin und damit für eine hausärztliche Tätigkeit entscheiden“, sagte der Kammerpräsident.

Trotzdem werde der Hausärztemangel ein akutes Problem bleiben: „Viele ältere Hausärzte werden in den kommenden Jahren voraussichtlich in Ruhestand gehen, zumindest aber den Umfang ihrer Arbeit in der Versorgung altersbedingt reduzieren“, erinnerte Miller.

Die neue Statistik zeigt auch, dass die Zahl der Ärzte in Baden-Württemberg weiter ge­stiegen ist. Ende Dezember 2019 gab es danach 69.199 Mediziner in dem Bundesland. Berufstätig waren 51.179 von ihnen.

Gegenüber dem Jahresende 2018 ist dies ein Plus von zwei Prozent bei den berufstätigen Ärzten und 1,8 Prozent bei der Zahl der Ärzte insgesamt. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #88767
fjmvw
am Donnerstag, 2. Juli 2020, 20:55

Toller LÄK-Präsident in BW!

Ungefähr 45% aller Niedergelassenen sind Hausärzte, also Fachärzte für Allgemeinmedizin. Die anderen 55% verteilen sich auf die unterschiedlichsten Facharztrichtungen.

Wenn in BW jetzt 234 Hausärzte in 2019 ihre Ausbildung abgeschlossen haben und es 223 (Innere Medizin) und 188 (Anäshtesiologie) sind, dann liegt das Verhältnis von Hausärzten zu den anderen bei 234 zu (223 + 188), also 36% sind Hausärzte und 64% sind Fachärzte. Rechnet man bei den Fachärzten noch die Orthopäden, Urologen, Augenärzte, Dermatologen, HNO-Ärzte und Neurologen/Nervenärzte/.... hinzu, dann dürfte der Anteil der Hausärzte auf unter 20% sinken. 45% braucht man, weniger als 20% bekommt man.

Völlig klar, bei der Diskrepanz kann man sich der Schlussfolgerung des LÄK-Präsidenten nur anschließen: „Die Zahlen geben Grund zur Hoffnung, denn der verstetigte Trend zeigt: Der Beruf Haus­arzt wird für junge Kollegen interessanter“

Interessant schon, aber irgendwie nicht so richtig prickelnd. Man bräuchte auf Grund der demografischen Situation derzeit vielleicht 50% neue Fachärzte für Allgemeinmedizin pro Jahr. Man bekommt aber weniger als 20%.

Bei dem Sachstand hätte ich alle Hoffnung fahren lassen.
;-)
LNS
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