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Ärzteschaft

Was Ärzte jetzt für die Telematikin­frastruktur brauchen

Freitag, 3. Juli 2020

/Gorodenkoff, stock.adobe.com

Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) appelliert eindringlich an alle Ärzte und Psychotherapeu­ten, sich rechtzeitig um die nötige Technik für die kommenden Anwendungen der Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) zu kümmern. Die Gematik warnte heute vor einem längeren Ausfall von Konnektoren.

„In den Startlöchern stehen das Notfalldatenmanagement und der elektronische Medika­ti­onsplan“, erläuterte KBV-Vorstandsmitglied Thomas Kriedel in einem Video auf KV-On. Ab 2021 müssten alle Ärzte sämtliche Arbeits­unfähigkeits­bescheinigungen an die Kran­kenkassen elektronisch übermitteln. Der Patient erhalte nur noch einen Ausdruck für sei­nen Arbeitgeber und für sich.

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Dafür sei ein Update des Konnektors nötig. Zudem benötigten Praxen einen „Dienst für Kommunikation in der Medizin“ (KIM) zur sicheren Übertragung von Daten und einen elektronischen Heilberufsausweis für die Signatur. Spätestens ab 1. Januar 2021 müssten diese digitalen Geräte und Dienste in den Praxen vorhanden sein, betonte Kriedel.

Er wies daraufhin, dass mit dem derzeitigen Konnektor nur das Versichertenstammdaten­management möglich sei. Für die neuen Anwendungen sei aber ein E-Health-Konnektor nötig. Dazu werde auf das vorhandene Gerät lediglich ein Software-Update aufgespielt – ohne, dass der Konnektor ausgetauscht werden müsse. Die Updates erwartet die KBV im Juli und August.

Elektronischer Heilberufsausweis: Eintrittskarte zur Datenautobahn

Demnächst startet die nächste Ausbaustufe der Tele­ma­tik­infra­struk­tur: Dann können Medikationsplan und Notfalldaten in digitaler Form auf der eGK gespeichert werden – sofern Patienten dies wünschen. Ab Juli tritt das Duo aus Tele­ma­tik­infra­struk­tur und elektronischer Gesundheitskarte (eGK) in eine nächste Evolutionsphase. Mit dem Not­fall­daten­satz und dem Medikationsplan werden erste echte [...]

Außerdem sei ein Kommunikationsdienst notwendig, um Arztbriefe oder die Arbeitsun­fä­higkeitsbescheinigungen schnell und sicher an die Empfänger weiterzuleiten. Kriedel kün­digte an, dafür werde es mehrere Anbieter geben. Auch die KBV werde voraussichtlich Mitte August einen KIM-Dienst namens „kv.dox“ auf den Markt bringen.

Kriedel wies daraufhin, dass die KBV Finanzierungsvereinbarung für die TI mit den Kran­kenkassen abgeschlossen hat. Darin seien alle Pauschalen aufgeführt, die Ärzte und Psy­chotherapeuten für die Ausstattung und den laufenden Betrieb erhielten.

Warnung von der Gematik

Die Gematik mahnte heute, dass Konnektoren, die über einen längeren Zeitraum nicht mit der TI verbunden, in einen besonderen Sicherheitszustand gehen. Dieser besondere Sicherheitszustand könne nur bei einem Vor-Ort-Termin durch den IT-Servicepartner be­hoben werden, hieß es. Durch dieses Verfahren soll das Sicherheitsniveau in der TI so hoch wie möglich gehalten werden.

Zudem müssten alle Komponenten zur TI-Anbindung einer Praxis auf dem aktuellsten Stand sein, damit die Funktionstüchtigkeit gewährleistet werden könne, so die Gematik weiter.

Man bitte Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten daher, regelmäßig Updates für die Konnektoren aufzuspielen und die Konnektoren durchgängig online zu halten. Nur so könnten Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten ihrer Pflicht nachkommen, den Online-Abgleich der Versichertenstammdaten (VSDM) durchgängig sicherzustellen.

Praxen, die noch von der aktuellen Störung des VSDM betroffen sind, sollten dringend einen Termin mit ihrem von der Gematik zugelassenen IT-Servicepartner durchführen, um das benötigte Update per Fern- oder Vor-Ort-Wartung vorzunehmen. © hil/aha/aerzteblatt.de

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Avatar #550935
Arco
am Sonntag, 5. Juli 2020, 19:02

Never ending suffering

Was Herr Spahn, seine Gematik und die KBV den Ärzten mit der TI zumutet übersteigt alles dagewesene.
Konnektorenausfälle, laufende updates, teure und aufwendige Termine mit den "zugelassenen IT Servicehändlern"...
Das kommt alles auf die Behinderung des Praxisablaufs on top.
Dazu der Bruch der ärztlichen Schweigepflicht, die Haftung für Datenlecks unter DSGVO Strafen.
Für Ärzte, die denken und rechnen können und ethisch verantwortungsbewußt handeln, kann es nur einen Weg geben:
Seine Praxis nicht an die TI Datenautobahn anzuschließen,
komme was wolle.
Avatar #550935
Arco
am Sonntag, 5. Juli 2020, 19:02

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Was Herr Spahn, seine Gematik und die KBV den Ärzten mit der TI zumutet übersteigt alles dagewesene.
Konnektorenausfälle, laufende updates, teure und aufwendige Termine mit den "zugelassenen IT Servicehändlern"...
Das kommt alles auf die Behinderung des Praxisablaufs on top.
Dazu der Bruch der ärztlichen Schweigepflicht, die Haftung für Datenlecks unter DSGVO Strafen.
Für Ärzte, die denken und rechnen können und ethisch verantwortungsbewußt handeln, kann es nur einen Weg geben:
Seine Praxis nicht an die TI Datenautobahn anzuschließen,
komme was wolle.
LNS

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