NewsPolitikIQWiG findet keinen Nutzen für Proteomanalyse bei diabetischer Nephropathie
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

IQWiG findet keinen Nutzen für Proteomanalyse bei diabetischer Nephropathie

Montag, 6. Juli 2020

/Lothar Drechsel, stock.adobe.com

Köln – Auch neuere Studienergebnisse können nicht zeigen, dass eine Proteomanalyse des Urins und eine daraus resultierende Therapie für Patienten mit einer diabetische Ne­phropathie (DNP) einen Vorteil gegenüber dem Standardvorgehen haben.

Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesund­heits­­wesen (IQWiG) in einem neuen sogenannten Rapid Report. Die Wissenschaftler ak­tualisieren damit eine Nutzenbewertung zur Proteomanalyse aus dem Jahr 2015.

Anzeige

Eine Zuckererkrankung kann – insbesondere mit einem begleitenden Hypertonus – die Nieren schädigen und eine chronische Nierenerkrankung auslösen, die bis zu einem dau­erhaften Versagen der Nieren führen kann. Liegen eindeutiger Symptome vor, ist die dia­betische Nephropathie (DNP) bereits weit fortgeschritten.

Eine Proteomanalyse ermittelt die Konzentration zahlreicher Biomarker im Urin massen­spektrometrisch. Der daraus errechnete Wert soll frühere und präzisere klinische Aussa­gen bezüglich der Entwicklung einer DNP ermöglichen als die herkömmliche Diagnostik – so die These, welche das IQWiG jetzt untersucht hat.

Die Wissenschaftler des Instituts haben dafür die Daten der sogenannten Priority-Studie ausgewertet. Darin erhielten Patienten, die gemäß der Proteomanalyse ein hohes Risiko für eine Nierenerkrankung hatten, entweder eine Therapie mit Spironolacton oder ein Scheinmedikament.

Die Studienergebnisse deuten laut den Wissenschaftlern allerdings für keinen der patien­tenrelevanten Endpunkte auf Vor- oder Nachteile einer frühzeitigen Proteom­analyse in Kombination mit der Spironolacton-Gabe hin.

„Mit den Ergebnissen der Priority-Studie ist also weiterhin nicht bekannt, welche thera­peu­tische Konsequenz aus dem Testergebnis der Proteomanalyse einen Nutzen für Pa­tien­ten bieten könnte“, lautet ihr Fazit.

Andere laufende oder geplante Studien zur Proteomanalyse bei Menschen mit Diabetes und Bluthochdruck haben die IQWiG-Wissenschaftlern nach eigenen Angaben nicht identifiziert. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

5. August 2020
London/Berlin – Die britische Regierung hat ein umfassendes Werbeverbot für stark kalorienhaltige Lebensmittel beschlossen, um das wachsende Problem von Übergewicht und seinen Folgeerkrankungen in der
Junkfood: Grüne für Werbeverbot nach britischem Vorbild
5. August 2020
Bonn – Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat zusammen mit dem Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) ein Medienpaket „Ernährungstherapie bei Gestationsdiabetes“ entwickelt und herausgegeben.
Neue Beratungsunterlagen zur Ernährungstherapie bei Gestationsdiabetes
4. August 2020
Berlin – Videoschulungen für Patienten mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2 haben sich in den vergangenen Monaten bewährt. Das hat eine Umfrage des wissenschaftlichen Instituts der niedergelassenen
Diabetes: Verbände für Videoschulungen als Kassenleistung
31. Juli 2020
Cambridge/England und Boston – Europäer mit hohen Vitamin C/Beta-Carotin-Werten, die einen häufigen Verzehr von Obst und Gemüse anzeigen, erkrankten in einer Fall-Kontrollstudie im Britischen
Obst, Gemüse und Vollkornprodukte (außer Popcorn) schützen vor Typ-2-Diabetes
24. Juli 2020
Berlin – Ärzte können unter bestimmten Voraussetzungen jetzt auch die interstitielle Glukosemessung mit Real-Time-Messgeräten als Leistung der Behandlungspflege in der häuslichen Krankenpflege
Behandlungspflege: Interstitielle Glukosemessung verordnungsfähig
24. Juli 2020
Berlin – Patienten mit einem Diabetischen Fußsyndrom (DFS) sollen vermehrt über ihr Recht auf eine Zweitmeinung aufgeklärt werden. Dafür können Patienten und Ärzte jetzt einen „Fuß-Pass“ bei der
Diabetisches Fußsyndrom: Risikopass soll unnötige Amputationen vermeiden
24. Juli 2020
Edmonton/Toronto –Der möglichst rasche Beginn einer Nierenersatztherapie hat in einer randomisierten Studie die Überlebenschancen von Intensivpatienten nicht verbessert. Ein Nachteil bestand laut der
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER