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Ausland

Coronakrise: China bestätigte Fälle in Wuhan erst nach Nachfragen

Montag, 6. Juli 2020

/picture alliance

Genf – China hat den Ausbruch einer mysteriösen Lungenkrankheit in Wuhan Anfang des Jahres erst nach zweimaligem Nachfragen der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) bestä­tigt. Das geht aus einer aktualisierten WHO-Chronologie der Pandemie mit SARS-CoV-2 hervor.

Die ursprüngliche Fassung vom 27. April konnte den Eindruck erwecken, die chinesi­schen Behörden hätten den Ausbruch von sich aus bereits am 31. Dezember an die WHO gemel­det. Klar ist jetzt, dass es sich an dem Tag lediglich um eine Pressemitteilung auf der In­ternetseite der Gesundheitsbehörden in Wuhan handelte.

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Der Vorgang sei nicht ungewöhnlich, sagte WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan am vergangenen Freitagabend in Genf. Oft müssten nationale Gesundheitsbehörden Angaben aus Provinzen zunächst verifizieren.

Wann genau die chinesischen Behörden was kommuniziert haben, ist brisant. US-Präsi­dent Donald Trump hat China vorgeworfen, zu langsam über den Ausbruch informiert zu haben, und macht das Land deshalb für die Ausbreitung des Virus um den ganzen Globus verantwortlich.

Der WHO wirft Trump vor, zu sehr auf chinesische Angaben vertraut zu haben. Er hat die Zusammenarbeit mit der WHO eingestellt. China hat Vorwürfe, Angaben verschleppt zu haben, stets zurückgewiesen.

In der Chronologie vom 27. April hieß es: „31. Dezember: Die städtische Gesundheits­kom­mis­sion von Wuhan, China, meldet einen Cluster von Lungenentzündungen in Wuhan. Ein neues Coronavirus wurde später identifiziert.“

In der aktualisierten Fassung heißt es zu dem Datum: „Das WHO-Länderbüro in China wur­de auf eine Pressemitteilung auf der Webseite der städtischen Gesundheitskommis­sion von Wuhan über Fälle von „viraler Lungenentzündung“ in Wuhan, China, aufmerk­sam.“

Die WHO habe am 1. Januar nähere Informationen angefordert und diese Forderung am 2. Januar erneuert. Unter dem 3. Januar heißt es jetzt: „Chinesische Beamte lieferten der WHO Informationen über einen in Wuhan identifizierten Cluster von Fällen „viraler Lun­genentzündung unbekannter Ursache“.“

Nach Angaben von Ryan hatten die chinesischen Behörden auf Nachfrage zwar umge­hend bestätigt, dass es sich bei der Pressemitteilung um eine offizielle Mitteilung handel­te. Sie habe die darin genannten Fakten aber zunächst prüfen müssen. Länder sollten solche Angaben innerhalb von 24 bis 48 Stunden verifizieren. © dpa/aerzteblatt.de

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