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Mehr als 1.000 Bahnhöfe nicht barrierefrei

Donnerstag, 9. Juli 2020

/dpa

Berlin – Mehr als 1.000 Bahnhöfe der Deutschen Bahn sind derzeit nicht barrierefrei. Das geht aus einer Antwort des Bundesverkehrsministerium auf eine Anfrage der FDP hervor, über die das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet. Das entspricht 22 Prozent aller Bahnstationen.

Demnach betreiben das Staatsunternehmen und seine Ableger rund 5.700 Bahnhöfe in Deutschland. „78 Prozent aller Bahnhöfe sind stufenfrei erreichbar“, schreibt das Ver­kehrs­ministerium. Pro Jahr baut die Bahn nach eigenen Angaben durchschnittlich 100 weitere Stationen barrierefrei um.

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Der Zustand von Bahnhöfen stellt indes auch blinde und sehbehinderte Passagiere häufig vor Probleme: Mehr als 3.900 – oder 43 Prozent – der 9.234 Bahnsteige fehlt ein Leitsys­tem für Sehbehinderte, heißt es in dem Schreiben.

Der FDP-Verkehrspolitiker Torsten Herbst bezeichnete die Zahlen als „alarmierend“. Die Bahn müsse ihre Bemühungen intensivieren, sagte er den Zeitungen. Gerade mit Hinblick auf eine immer älter werdende Gesellschaft müsseten bei der Bahn die Voraussetzungen für eine bestmögliche Mobilität aller Fahrgäste geschaffen werden.

Die Deutsche Bahn AG schätzt die Höhe der Um- und Ausbaukosten von barrierefreien Bahnhöfen und Bahnanlagen in den vergangenen zehn Jahren auf durchschnittlich 150 Millionen Euro pro Jahr. Laut Ministerium werden „für die Herstellung von Barrierefreiheit erhebliche Bundesmittel zur Verfügung gestellt“.

Der Anteil barrierefreier und weitgehend barrierefreier Züge an der Gesamtflotte hat sich den Angaben zufolge in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt, hieß es weiter. Nach Bahn-Angaben verfügen inzwischen 90 Prozent der modernen Triebfahrzeuge über Ein- und Ausstiegshilfen für gehbehinderte Passagiere.

Bei den Zügen, die mit separaten Lokomotiven angetrieben werden, liegt der Anteil dem­nach bei 80 Prozent. Das Verkehrsministerium führte zudem aus, dass sich die Zahl der bar­rierefreien Toiletten an den Bahnhöfen in den vergangenen zehn Jahren mehr als ver­doppelt habe. © kna/aerzteblatt.de

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