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Deutschland fällt in der Infektiologie international zurück

Mittwoch, 8. Juli 2020

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Hamburg – Deutschland fällt in der Infektiologie international zurück. Das berichtet die Akademie der Wissenschaften in Hamburg. „Auf großen internationalen Konferenzen nimmt die Sichtbarkeit der Infektionsforschung aus Deutschland ab“, erklärte die Akade­mie zur Herausgabe eines aktualisierten Thesenpapiers „Strukturen der universitären In­fektionsmedizin und der Krankenhaushygiene in Deutschland“.

Die Wissenschaftler vertreten darin fünf Thesen: Danach sind die Medizinische Mikrobio­logie und Hygiene für Mediziner zwar attraktive Fächer, aber nicht im universitä­ren Kon­text, denn die zunehmende Bedeutung von Infektionskrankheiten finde nur begrenzten Widerhall in der klinischen Forschung.

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Zudem seien Abteilungen für klinische Infektionskrankheiten häufig zu klein. Außerdem bestehe in der studentischen Ausbildung die Gefahr, dass die wissenschaftlichen Grundla­gen der Infektionsmedizin im Curriculum nicht ausreichend abgebildet seien. Die Belange der Infektionsmedizin sollten daher stärker gebündelt werden.

Um im internationalen Forschungswettbewerb konkurrenzfähig zu sein, empfiehlt die Aka­demie, dass an den Medizinischen Fakultäten die klinisch-theoretischen Institute – Medizinische Mikrobiologie, Virologie, Hygiene – zusammen mit Abteilungen der un­mit­telbaren Kranken­versorgung zu Zentren der Infektionsmedizin aufgebaut beziehungs­wei­se ausgebaut werden. Das sei notwendig, um eine kritische Größe und Attraktivität zu erreichen.

Die Lehrstühle sollten zudem unter ärztlicher Leitung stehen, schlagen die Autoren des Thesenpapiers vor. Gerade die aktuelle Situation einer Pandemie mit massiven Auswir­kun­gen auf die Gesundheitsversorgung, die Wirtschaft und das gesellschaftliche Leben zeige, wie groß der Bedarf an gut ausgebildeten Wissenschaftlern im Bereich der Infek­tionsmedizin sei, betonen sie.

Das Papier wendet sich in erster Linie an Medizinische Fakultäten, Universitätskliniken sowie an die Förderer von Forschungsvorhaben in der Infektionsmedizin. Auch Ärzte sind angesprochen, die einen wissenschaftlichen Schwerpunkt in der Planung und Durch­füh­rung von Studien in der Infektionsmedizin haben.

Das Thesenpapier resümiert die Ergebnisse des Runden Tisches „Strukturen der Infekti­ons­medizin und der Hygiene in Deutschland“ der Akademie der Wissenschaften in Ham­burg am 19. und 20. April 2018, der in Zusammenarbeit mit der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Hamburg stattfand. Es ist jetzt von den Organisationen aktualisiert worden. © hil/aerzteblatt.de

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Günther Binnewies
am Donnerstag, 9. Juli 2020, 22:59

Wo bleibt die Bakteriologie?

Die Bakteriologie ist offenbar unter die Räder gekommen! Außer die der resistenten Keime existieren auch noch andere. Die Lues (Treponema pallidum) mag selten geworden sein – auch andere Spirochaetaceae (Borrelia burgdorferi) sind nicht gerade selten und werden nicht sonderlich beachtet – bzw. immer weniger. Die Parasitologie umfasst wiederum andere Tierchen.
LNS

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