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Ausland

Forscher besorgt wegen Bränden und Temperaturrekorden in Sibirien

Dienstag, 7. Juli 2020

/picture alliance

Moskau – Klimaforscher sind besorgt wegen der in Sibirien und im äußerten Osten Russ­lands wütenden Waldbrände und Rekordtemperaturen. Allein im Juni hätten die Brände geschätzt 59 Megatonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre gebracht – sechs Megatonnen mehr als im Juni des Vorjahres.

Das teilten Experten des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus heute mit. Das seien die höchsten Emissionen, die nach Copernicus-Daten in den vergangenen 18 Jahren gemessen wurden. Rekordtemperaturen im arktischen Teil Sibiriens und Tro­ckenheit begünstigten die Feuer.

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Besonders betroffen waren die Regionen Jakutien und Tschukotka. Zudem stellten die Klimaforscher in Teilen Sibiriens Temperaturen bis zu zehn Grad über dem Junidurch­schnitt fest.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace nannte Temperaturen von stellenweise bis zu 38 Grad. Im Durchschnitt lagen die Werte für den arktischen Teil Sibiriens nach Angaben der Wissenschaftler des Copernicus-Klimawandeldienstes (Copernicus Climate Change Service, C3S) fünf Grad über Normal und damit über ein Grad über den bisher wärmsten Junidurchschnitten (2018 und 2019). Im weltweiten Vergleich wies Sibirien die größten Anormalitäten auf, hieß es.

„Was Besorgnis erregt ist, dass die Arktis sich schneller erwärmt als der Rest der Welt“, sagte C3S-Direktor Carlo Buentempo beim Europäischen Zentrum für mittelfristige Wetter­vorhersagen (ECMWF).

Eine Rolle spielen könnten dauerhaft starke Winde. Zudem seien die Schneedecke und die Feuchtigkeit auf Tiefstständen gewesen. Die geringe Feuchtigkeit habe vor allem zu der Vielzahl von Bränden mit Schwerpunkt im Nordosten Sibiriens beigetragen.

Die Lage bei den Waldbränden in Russland ist angespannt – Anfang Juli war eine Fläche von mehr als zwei Millionen Hektar betroffen. Heute lag der Wert erstmals seit Tagen unter einer Million Hektar.

In sieben Regionen des flächenmäßig größten Landes der Erde galt der Ausnahme­zu­stand. Besonders in entlegenen Regionen, in denen keine Menschen wohnen, verzichten die Behörden aus Kostengründen auf Löscheinsätze. Insgesamt sei die Lage schlimmer als Anfang Juli vorigen Jahres, teilte die Umweltschutzorganisation Green­peace mit.

Seit Jahresbeginn brannte nach Darstellung von Greenpeace eine Waldfläche von acht Millionen Hektar ab. Zum Vergleich: 2019 waren nach Schätzungen 15 Millionen Hektar betroffen, eine Fläche mehr als doppelt so groß wie Bayern. Greenpeace warf den Behör­den vor, keine Lehren aus der Brandkatastrophe von 2019 gezogen zu haben und den Klimawandel zu ignorieren.

„Das Unheil in den Wäldern Sibiriens und des Fernen Ostens wird sich mit hoher Wahr­scheinlichkeit wiederholen“, teilte Greenpeace mit. Auch Städte und Dörfer könnten er­neut in dickem Qualm versinken. Das sei in Zeiten der Coronapandemie besonders für Menschen mit Atemwegserkrankungen gefährlich, weil in den Kliniken weiter viele Patienten mit der Lungenkrankheit COVID-19 behandelt würden, hieß es. © dpa/aerzteblatt.de

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