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Kinderspielzeug macht Großteil gefährlicher Produkte aus

Dienstag, 7. Juli 2020

/dontree, stock.adobe.com

Brüssel – Eine Wärmflasche, die warmem Wasser nicht standhält oder ein Teddybär, der in Flammen aufzugehen droht: Im vergangenen Jahr haben die EU-Länder mehr als 2.240 Mal vor gefährlichen Produkten gewarnt. In fast jedem dritten Fall (29 Prozent) war Kin­der­­spielzeug betroffen, wie EU-Justizkommissar Didier Reynders heute in Brüssel sagte.

Die häufigsten Risiken waren nach dem heute vorgestellten EU-Bericht über gefährliche Produkte Verletzungen, Gefahr durch chemische Stoffe und das Risiko einer Erstickung. Mehr als die Hälfte der gefährlichen Produkte kam aus China.

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„Wir versuchen China dazu zu bewegen, enger mit der Europäischen Union und dem Warn­system zusammenzuarbeiten, um zu verhindern, dass gefährliche Produkte auf unse­re Märkte gelangen“, sagte Reynders. Nur knapp 30 Prozent der Produkte kämen aus Euro­pa.

Im EU-Vergleich warnten die deutschen Behörden im vergangenen Jahr am häufigsten vor gefährlichen Produkten. 454 Mal meldeten die zuständigen Stellen unter anderem ge­fähr­liche Spielsachen oder Bauteile in Autos an das gemeinsame EU-Schnellwarnsystem. 2018 gingen dort etwas mehr als 360 Warnungen aus Deutschland ein.

Im EU-Schnellwarnsystem für gefährliche Nichtlebensmittel tauschen EU-Staaten und EU-Kommission Informationen über gefährliche Produkte aus. So können die anderen Län­der schneller überprüfen, ob diese Produkte auch auf dem heimischen Markt kursie­ren und zum Beispiel Rückrufe einleiten.

Fast drei Viertel der deutschen Meldungen betrafen Autos und andere Kraftfahrzeuge. Am zweithäufigsten (5 Prozent) wurden Spielzeuge beanstandet, gefolgt von Kleidung. In mehr als zwei Dritteln der Fälle drohte die Gefahr einer Verletzung.

Gesunken ist dafür die Anzahl der Maßnahmen, die deutsche Behörden infolge der eige­nen Warnungen oder jener aus anderen EU-Staaten ergriffen haben – etwa Produktrück­rufe. 2018 leiteten sie knapp 170 sogenannte Folgemaßnahmen ein. Im vergangenen Jahr waren es rund 100. Europaweit wurden 4.477 Folgemaßnahmen gezählt.

Auch 2020 wurde Reynders zufolge schon deutlich, wie wichtig das Warnsystem ist. Wäh­rend der Coronakrise sei eine Welle von Produkten zur Bekämpfung des Virus auf die EU-Märkte geschwappt – darunter Schutzmasken und Desinfektionsmittel. Manche davon hätten vorgegeben, COVID-19 zu heilen und Wunder zu wirken. Die EU habe daraufhin die Betreiber von Online-Plattformen gebeten, Anbieter solcher Produkte herauszuneh­men. © dpa/aerzteblatt.de

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