NewsHochschulenUnimedizin Oldenburg: Neubau nicht im Etatentwurf berücksichtigt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Unimedizin Oldenburg: Neubau nicht im Etatentwurf berücksichtigt

Dienstag, 7. Juli 2020

/picture alliance, Hauke-Christian Dittrich

Oldenburg/Hannover – Der Oberbürgermeister und die Universität der Stadt Oldenburg haben mit völligem Unverständnis auf die Entscheidung der niedersächsischen Landes­re­gierung reagiert, im Etatentwurf keine Mittel für den geplanten Neubau der Universitäts­medizin einzustellen.

Der Aufbau der Universitätsmedizin werde damit trotz der klaren Empfehlungen des Wissenschaftsrats in eine unsichere Zukunft geschickt, warnte Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) heute. Der Präsident der Hochschule, Hans Michael Piper, betonte, die Universitätsmedizin Oldenburg sei der Garant für die ärztliche Versorgung im Nordwes­ten.

Anzeige

„In Zeiten von Pandemien wird dies noch einmal besonders deutlich. Es macht mich da­her sehr betroffen, dass die Niedersächsische Landesregierung in ihrem Haushaltsent­wurf das dringend benötigte Lehr- und Forschungsgebäude der Oldenburger Universitätsme­di­zin nicht berücksichtigt.“

„Es ist mehr als ernüchternd, dass keine Mittel für den Ausbau der Oldenburger Universi­täts­medizin im Entwurf für den kommenden Landeshaushalt enthalten sind“, kritisierte Hans Martin Wollenberg, Verbandsvorsitzender des Marburger Bund in Niedersachsen. Der Zweite Vorsitzende Andreas Hammerschmidt warnte: „Niedersachsen darf diese Zu­kunftsinvestition nicht verschlafen. Wer hier spart, spart an der falschen Stelle.“

Das Finanzministerium Niedersachsen bestätigte, dass die Mittel für die European Medi­cal School (EMS) nicht im Etat für 2021 enthalten seien. Allerdings steht die Einbringung und Beratung des Haushaltsentwurfs im Parlament noch an. Die Baukosten werden auf etwa 142 Millionen Euro geschätzt. In den Haushaltsberatungen wurde nach Angaben der Stadt Oldenburg ein Antrag über 80 Milli­o­nen Euro für den ersten Bauabschnitt abgelehnt. Die NWZ hatte zuerst berichtet.

Piper zufolge verpflichtete sich die Uni in der Zielvereinbarung mit dem Land, 200 Studi­en­­plätze bis Mitte der 2020er-Jahre in Oldenburg zu realisieren. „Die jetzige Entschei­dung der Landesregierung konterkariert diese Pläne und lässt uns ratlos zurück.“ Ohne den beantragten Neubau sei der weitere Ausbau einer humanmedizinischen Ausbildung in Oldenburg nicht möglich.

Der Inhalt der Zielvereinbarung findet sich auch im Koalitionsvertrag wieder. Allerdings sei die klare Ansage gewesen, dass es im Haushalt 2021 keine neuen politischen Projekte gebe dürfe, sagte eine Sprecherin des Wissenschaftsministeriums. Deshalb sei kein Geld explizit für die EMS eingestellt worden. Allerdings werde man sich anschauen, ob es gegebenenfalls Spielraum im Wissenschaftsetat gebe. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

7. August 2020
Hamburg/Berlin – Die 16 Wissenschaftsminister der Länder haben in einem Brandbrief an Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) mehr Unterstützung für die deutschen Universitätskliniken gefordert.
Wissenschaftsminister wollen mehr Geld vom Bund für Universitätskliniken
6. August 2020
Peine – Gut vier Monate nach der Insolvenz der Klinik in Peine hat der Kreistag den Rückkauf des Krankenhauses beschlossen. Die Kaufsumme von 30 Millionen Euro trägt mehrheitlich der Kreis, außerdem
Kreis und Stadt Peine kaufen insolvente Klinik zurück
6. August 2020
Münster – In Münster etablieren die Stadt und das Universitätsklinikum (UKM) gemeinsam ein Tele-Notarzt-System. Ein Notarzt soll darüber den Rettern am Einsatzort beratend zur Seite stehen und bei
Münster baut Tele-Notarzt-System auf
29. Juli 2020
Hannover – Die Umfrage zur Zukunft der umstrittenen Pflegekammer in Niedersachsen ist nach zweimaliger Unterbrechung erneut gestartet worden. Unter anderem würden die rund 78.000 Mitglieder gefragt,
Umfrage zur Zukunft der Pflegekammer Niedersachsen hat begonnen
28. Juli 2020
Hannover – Das niedersächsische Sozial- und Ge­sund­heits­mi­nis­terium hat regelmäßige Tests auf SARS-CoV-2 für Mitarbeiter von Schlachthöfen angeordnet. Ein entsprechender Erlass sei an die Landkreise
Niedersachsen beschließt regelmäßige Tests für Schlachthofmitarbeiter
23. Juli 2020
Hannover – Das Verwaltungsgericht Hannover hat eine Klage gegen die Umfrage zur Zukunft der umstrittenen niedersächsischen Pflegekammer abgewiesen. Das teilte ein Gerichtssprecher heute mit. Geklagt
Gericht weist Klage gegen Umfrage zur Pflegekammer Niedersachsen ab
21. Juli 2020
Hannover – Die nach einer technischen Panne abgebrochene Befragung zur umstrittenen Pflegekammer Niedersachsen sollte heute erneut starten. So hieß es noch am Vormittag. Die Befragung wurde am
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER