NewsPolitikPCR-Test: Preisabsenkung vom Ministerium nicht beanstandet
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

PCR-Test: Preisabsenkung vom Ministerium nicht beanstandet

Donnerstag, 9. Juli 2020

/totojang1977, stock.adobe.com

Berlin – Die Ab­senkung der Vergütung der PCR-Tests für SARS-CoV-2 durch den Erweiter­ten Bewertungsausschuss (EBA) ist nicht vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) bean­stan­det worden. Das hat das Ministerium dem Deutschen Ärzte­blatt­ auf Nachfrage bestätigt.

Damit gilt zum 1. Juli der vom EBA abgesenkte Preis von 39,40 Euro statt zuvor 59 Euro pro Test im Rahmen einer Krankenbehandlung. Der EBA hatte die Vergütung für die Tests vor einigen Wochen neu festgelegt. Krankenkassen und unparteiische Mitglie­der hatten für die Preissenkung gestimmt. Die Vertragsärzte waren dagegen.

Anzeige

Wie das Ministerium dem Deutschen Ärzteblatt weiter mitteilte, habe der Beschluss des Bewertungsausschusses aber keine Auswirkung auf die „Verordnung zum Anspruch auf be­stimmte Testungen für den Nachweis des Vorliegens einer Infektion mit dem Corona­virus SARS-CoV-2“.

Für Tests, die auf Grundlage der Verordnung angeordnet würden, gelte weiterhin ein La­borpreis von 50,50 Euro, schreibt das Ministerium. Das habe man dem GKV-Spitzenver­band, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und dem Bundesamt für Soziale Si­che­rung mitge­teilt. Der Preis von 50,50 Euro würde damit etwa Tests betreffen, die auf Anordnung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) erfolgen.

KBV und Labormediziner hatten den neuen Preis für die Tests im Rahmen der Krankenbe­handlung als nicht gerechtfertigt angesehen. „Diese Tests sind und bleiben kosteninten­siv“, hatte KBV-Chef Andreas Gassen nach der Festlegung durch den EBA erklärt.

„Die Absenkung der Vergü­tung des Tests um rund ein Drittel ist ange­sichts der Leistungen und des hohen Engage­ments der Mitarbeiter absolut unan­ge­mess­en“, hatte der stellver­tretende Vorstands­vorsit­zende der KBV, Stephan Hofmeister betont.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hatte daraufhin Klage beim Land­esso­zial­gericht (LSG) Berlin-Brandenburg gegen die Ab­senkung der Vergütung eingereicht. Diese ist inzwischen wieder zurückgezogen worden, wie die KBV dem Deutschen Ärzte­blatt auf Nachfrage mitteilte.

Von der KBV hieß es dazu, man habe die Gespräche über die Vergütung der Tests mit dem GKV-Spitzenverband wieder aufgenommen. Es gehe nun darum, eine neue objektive Be­wertung der Kosten festzulegen. © may/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #823305
RalfK
am Samstag, 11. Juli 2020, 11:58

So spart Spahn viel Geld,

da die für den ÖGD durchgeführten Tests weiterhin via KV zu EBM-statt GOÄ-Konditionen abgerechnet werden.
Insofern ist das Ministerium befangener Nutznießer der eigenen Entscheidung.
Ob und wieviel der vom BMG verantworteten Laborkosten dann tatsächlich aus Steuermitteln bezahlt werden, werden wir sehen.
LNS

Nachrichten zum Thema

7. August 2020
Hamburg/Berlin – Die 16 Wissenschaftsminister der Länder haben in einem Brandbrief an Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) mehr Unterstützung für die deutschen Universitätskliniken gefordert.
Wissenschaftsminister wollen mehr Geld vom Bund für Universitätskliniken
7. August 2020
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat nach dem jüngsten Anstieg der Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 klargemacht, dass er derzeit keine kritische Schwelle überschritten sieht. „Im
Spahn: Gesundheitswesen kann mit 1.000 Neuinfektionen am Tag umgehen
7. August 2020
Berlin – Der CDU-Wirtschaftsrat hat ein Verbot von Reisen in Coronarisikogebiete gefordert. Das „Reiserecht“ könne nicht höher bewertet werden als die Rechte von Millionen Deutschen, denen ein
CDU-Wirtschaftsrat will Verbot von Reisen in Risikogebiete
7. August 2020
Berlin – In den Bundesländern in Deutschland sollen nach einer Verordnung des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums (BMG) die Testangebote auf SARS-CoV-2 wieder ausgebaut werden. Hintergrund ist, dass seit
Länder und KVen bereiten sich trotz Kritik auf mehr Coronatests vor
7. August 2020
Berlin – Für eine gezielte Eindämmung von SARS-CoV-2-Clustern spricht sich Christian Droste, Direktor des Instituts für Virologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin, aus. In der Kontakthistorie
COVID-19: Drosten schlägt neues Konzept für Infektionseindämmung vor
7. August 2020
Schwerin – Kurz nach Schuljahresbeginn haben die ersten Schulen in Mecklenburg-Vorpommern wegen SARS-CoV-2 schon wieder geschlossen. Am Ende der ersten Schulwoche nach den Ferien wurden ein Gymnasium
Erste Schulen wieder geschlossen, Virologen warnen
7. August 2020
Seoul – Jüngere Erwachsene bleiben bei einer Infektion mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 häufig asymptomatisch, sie haben aber die gleiche Virusmenge in den Abstrichen wie symptomatische Patienten.
VG WortLNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER