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Medizin

COVID-19-Symptome entlassener Patienten persistieren oft über Wochen

Freitag, 10. Juli 2020

/stock.adobe.com

Rom - COVID-19-Patienten leiden auch nach Abklingen der akuten Infektion noch über Wochen an persistierenden Symptomen. Dies zeigt eine Fallserie aus Italien, die in JAMA erschienen ist. Von 143 nachbeobachteten Patienten wiesen mehr als 87 Prozent 60 Tage nach Auftreten der ersten Symptome noch immer mindestens ein COVID-19-Symptom auf (DOI:10.1001/jama.2020.12603).

Besonders verbreitet gewesen seien persistierende Fatigue und Dyspnoe, berichten Angelo Carfì von der Klinik für Geriatrie des Fondazione Policlinico Universitario Agostino Gemelli IRCCS in Rom und seine Kollegen.

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Carfì und sein Team untersuchten 143 italienische COVID-19-Patienten, die als genesen aus dem Krankenhaus entlassen worden waren. Sie alle hatten die WHO-Kriterien für eine Beendigung der Quarantäne erfüllt (kein Fieber an 3 aufeinanderfolgenden Tagen, Verbesserung anderer Symptome, 2 negative Testresultate im Abstand von 24 Stunden).

Im Schnitt 60 Tage nach Auftreten der ersten Symptome seien nur 18 Patienten (12,6%) völlig symptomfrei gewesen, schreiben die italienischen Mediziner. Knapp 1/3 (32%) litt weiterhin an ein bis 2 COVID-19-Symptomen. Bei 55% der Patienten waren es sogar 3 oder mehr persistierende Symptome.

Fieber oder andere Anzeichen einer akuten Erkrankung wies keiner der Patienten auf. Aber bei 44,1% sei eine verschlechterte Lebensqualität zu beobachten gewesen, so die Autoren.

Erschöpfung und Luftnot erschweren Patienten das Leben

Besonders häufig litten die genesenen COVID-19-Patienten weiterhin an Fatigue (53,1%) und Dyspnoe (43,3%). Aber auch Berichte über Gelenkschmerzen (27,3%) und Schmerzen in der Brust (21,7%) waren verbreitet.

Carfì und seine Kollegen räumen ein, dass auch Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie persistierende Symptome aufweisen können. Möglicherweise handele es sich nicht um einen COVID-19-exklusive Befund.

Dennoch raten sie, den Fokus der Forschung künftig auch mehr auf die Zeit nach der Entlassung aus dem Krankenhaus zu richten: „Kliniker und Forscher haben sich bisher vor allem um die Akutphase der COVID-19-Infektion gekümmert, aber es ist eine kontinuierliche Nachbeobachtung erforderlich, um langanhaltende Effekte aufzudecken“, schreiben sie. © nec/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #830245
Hortensie
am Samstag, 11. Juli 2020, 12:20

An Schlafapnoe sollte man auch denken

Ich halte es für möglich, dass eine Infektion mit Covid-19 auch eine Schlafapnoe verursacht und ggf. die Patienten damit nach der Infektion vermehrt Probleme haben könnten.
Womöglich ist auch das nächtliche CO2 in den Blutgasen nicht mehr in Ordnung?
Beides kann in stationären Messungen gerprüft werden.
Avatar #101447
SOCO10
am Freitag, 10. Juli 2020, 19:05

COVID-19-Symptome entlassener Patienten persistieren oft über Wochen

Warum soll es bei Covid-19 anders als bei anderen Infektionskrankheiten? Auch bei Lyme-Borreliose zum Beispiel persistieren trotz Antibiose Symptome wie Fatigue, Gelenkschmerzen und kognitive Störungen. Nur dieses verneint zum Beispiel die Deutsche Gesellschaft für Neurologie in ihrer Leitlinie Neuroborreliose und in den Gutachten, die angestrengt werden, um keine Krankengeld zahlen zu müssen. Die Infektiologen halten darüber den Mund und stigmatisieren solche Patienten als wehleidig.
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