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Politik

Flüchtlings­unterkünfte: Empfehlungen zu Prävention und Management von COVID-19

Freitag, 10. Juli 2020

/picture alliance, Lino Mirgeler

Berlin – Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat „Empfehlungen für Gesundheitsämter zu Prä­vention und Management von COVID-19-Erkrankungen in Aufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften für Schutzsuchende“ auf seiner Internetseite veröffentlicht.

„Das Übertragungsrisiko virusbedingter Erkrankungen der Atemwege ist in Aufnahmeein­rich­tungen und Gemeinschaftsunterkünften besonders hoch, da hier viele Menschen auf engem Raum zusammen leben und Wohn-, Küchen-, Ess- und Sanitärräume gemeinsam nutzen“, warnen die RKI-Wissenschaftler darin.

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„Grundsätzlich gelten für schutzsuchende Menschen die allgemeinen Standards für die Prävention und das Ausbruchsmanagement des RKI“, stellen die Autoren der Empfehlun­gen klar. Zudem müssten die rechtlichen Kontaktbeschränkungen, die als Maßnahmen gegen eine Ausbreitung der COVID-19-Pandemie in Deutschland gelten, für Menschen in den Einrichtungen umsetzbar sein.

Die RKI-Epidemiologen empfehlen daher, dass das zuständige Gesundheitsamt bereits vor dem Auftreten eines Falls vorsorglich Maßnahmen mit dem jeweiligen Betreiber be­spricht.

„Die notwendige räumliche Trennung von a) labordiagnostisch bestätigten Fällen, b) Kontakten und Verdachtsfällen sowie c) Nicht-Fällen muss im Vorfeld gut vorbereitet sein, um eine Quarantäne der gesamten Einrichtung oder größerer Gruppen zu vermei­den“, heißt es in der Empfehlung.

Sehr wichtig sei zudem, die Menschen zu COVID-19 sowie über die aktuellen Hygiene und Schutz-Empfehlungen zu informieren. „Bewohner und Personal müssen präventiv um­fassend in geeigneter Weise über die Erkrankung, allgemeine Schutzmaßnahmen und Verhalten im Erkrankungsfall aufgeklärt werden“, so die RKI-Autoren. Informationen dien­ten der Vorbeugung von Ängsten, Unsicherheiten und Missverständ­nissen und ermög­lichten gezielte Prävention.

Kritik kam von den Grünen im Bundestag. Für Maria Klein-Schmeink, Sprecherin für Ge­sund­heitspolitik, und Filiz Polat, Sprecherin für Migration und Integra­tion der Fraktion, kommen die Empfehlungen zum einen zu spät. Man warte „seit Monaten“ darauf, sagten sie.

Kritik übten sie zudem daran, dass die Empfehlungen im Vergleich zum zunächst vorge­leg­ten Entwurf verwässert worden seien. Warum das geschehen sei, sei „unklar“, sagten sie. Fest stehe aber, dass es beim Infektionsschutz keine doppelten Standards geben dürfe. © hil/aerzteblatt.de

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