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Politik

Pandemie in Deutschland auf niedrigem Niveau stabil

Montag, 13. Juli 2020

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (re.) und Lothar Wieler, Chef des Robert-Koch-Instituts. /Fabrizio Bensch, Pool Photo via AP

Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) und der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, sehen für Deutschland die Infektionszahlen der Pan­demie-Situation auf einem „niedrigen Niveau stabil“. Allerdings warnten beide auf einer gemeinsamen Pressekonferenz vor Leichtsinn im Umgang mit der Coronapandemie.

„Die Gefahr einer zweiten Welle ist real“, sagte Spahn heute in Berlin. So habe es in den vergangenen Wochen immer wieder Ausbrüche gegeben, „und zwar dort, wo wir es dem Virus zu leicht gemacht haben.“

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Der Minister rief die Bevölkerung auf, wachsam zu bleiben und nicht übermütig zu wer­den. An alle Bürger ge­wandt sagte er: „Bitte, halten Sie Abstand. Bitte, halten Sie sich an die empfohlenen Hygi­enemaßnahmen. Und bitte, tragen Sie überall dort, wo es in ge­schlossenen Räumen em­pfohlen ist, die Alltagsmasken.“

Regeln gelten auch im Urlaub

Die Regeln von Abstand, Maske und Hygiene gälten auch für den Urlaub, weil die Mobili­tät es dem Virus leichter mache, sich zu verbreiten, betonte Spahn. Man sehe durch Bei­spiele wie in Israel, Japan oder auch in Südkorea, wie das Virus sich wieder verbreiten kann.

Seit Beginn der Pandemie wurden in Deutschland laut RKI knapp 199.000 In­fektionen gemeldet. Die Zahl der Neuinfektionen war zuletzt vergleichsweise gering, der­zeit geht das RKI von rund 5.000 aktiven Fällen in Deutsch­land aus.

Weltweit sei die Zahl der Coronafälle innerhalb von nur fünf Tagen von elf auf mehr als 12 Millionen gestiegen, sagte RKI-Präsident Wieler. „Diese Pandemie ist weltweit wirklich sehr, sehr stark unter­wegs“. Dennoch würden viele Länder wieder Lockerungen erlauben wie beispielsweise in Indien, Pakistan oder auch in einigen Bundesstaaten der USA. Auch in Deutschland müssten die regionalen Ausbrüche beobachtet werden.

Insgesamt gebe es inzwischen deutlich weniger Infektionen in Alten- oder Pflegeheimen sowie in Krankenhäusern. Insgesamt wurden in der vergangenen Woche mehr als 500.000 PCR-Tests durchgeführt, es gebe laut Spahn Kapazitäten für 1,1 Millionen Tests pro Woche.

Bei der Pressekonferenz stellte Spahn ebenso gemeinsam mit Manfred Güllner vom Mei­nungsforschungsinstitut forsa eine erste Auswertung einer Befragungsstudie vor, wie die Deutschen mit der Pandemie umgehen.

So halten 40 Prozent der Menschen in Deutschland eine zweite Welle der COVID-19-Er­krankungen für wahrscheinlich, 37 Prozent sehen eine 50-prozentige Chance, dass eine weitere Erkrankungswelle kommt, 21 Prozent halten dies für unwahrscheinlich.

Insgesamt beschäftigen sich 73 Prozent der Deutschen fast täglich mit dem Thema Co­ro­na und haben sich darüber informiert oder darüber gesprochen. Vor allem 81 Prozent der Menschen über 60 Jahren sprechen oft über die Pandemie, bei den 18 bis 24 Jährigen sind es 56 Prozent. Gutverdienende Menschen sprechen häufiger über die Pandemie als Menschen mit niedrigerem Haushaltsnettoeinkommen.

Besorgt über eine eigene Infektion mit dem Virus sind insgesamt 66 Prozent der Deutsch­en, Menschen über 60 Jahre auch mit bis zu 75 Prozent. Die Sorge, dass Angehö­rige oder Freunde sich infizieren könnten haben 79 Prozent der Deutschen.

In der Rückschau betrachtet halten rund zwei Drittel die im März von der Politik be­schloss­e­nen Anti-Corona-Maßnahmen für richtig. Jeweils 17 Prozent werten sie als zu streng beziehungsweise nicht streng genug.

37 Prozent sagen, es habe auch positive Dinge wie etwa Entschleunigung infolge der Kri­se gegeben. Die Lockerungen der Einschränkungen seit Mai werden allerdings von nur 47 Prozent als „das richtige Maß“ empfunden, strengere Regelungen hätten sich 34 Pro­zent gewünscht.

89 Prozent der Befragten haben im Verlauf der Krise viel oder etwas weniger soziale Kon­takte. Für diese erste Auswertung der BMG-„Corona Bund Studie“ wurden Mitte Juni über 30.000 Menschen über 18 Jahren befragt. In einer weiteren Auswertung sollen auch me­di­zinische Ergebnisse von Blut- und PCR-Abstrichen veröffentlicht werden. Dies sei für den Herbst geplant, heiß es. © bee/dpa/aerzteblatt.de

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Asanga
am Dienstag, 14. Juli 2020, 12:20

Sonntagsmasken

Zu den Alltagsmasken gesellen sich die fröhlich bunten Sonn- und Feiertagsmasken? Also Maske forever und rund um die Uhr? Ohne jeglichen Beweis, dass diese Dinger irgendeinen Nutzen bringen? Müssen die Österreicher jeden Morgen Tote vom Gehsteig fegen, weil es dort im Supermarkt keine Maskenpflicht mehr gibt? Sterben in der Schweiz die Menschen wie die Fliegen? Und die Holländer? Siechen sie elend dahin? Wann gibt es endlich belastbare und objektive Studien zum nachweislichen Nutzen von Alltags,- Sonntags- und Feiertagsmasken? Will denn keiner wissen, ab wann wir diese verkeimten Lappen endlich wieder dorthin befördern können, wo sie hingehören: in den Sondermüll?
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