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Medizin

Experten empfehlen britischer Regierung Vorbereitung auf zweite COVID-19-Welle

Dienstag, 14. Juli 2020

/freshidea, stock.adobe.com

London – Ärzte, Pflegeexperten und Epidemiologen in Großbritannien haben die briti­sche Regierung vor einer zweiten COVID-19-Welle gewarnt und die Politik aufge­fordert, sich darauf vorzubereiten.

Die Gesundheitsexperten schreiben im British Medical Journal (BMJ), dass der Verlauf der Pandemie im Vereinigten Königreich zwar schwer vorherzusagen sei, dass aber „die ver­füg­baren Belege darauf hindeuten, dass lokale Ausbrüche immer wahrscheinlicher wer­den und eine zweite Welle ein echtes Risiko darstellt“ (BMJ, DOI: 10.1136/bmj.m2052).

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Zu den Unterzeichnern gehören Andrew Goddard, Präsident des Royal College of Physi­cians in London, Anne Marie Rafferty, Präsidentin des Royal College of Nursing, Chaand Nagpaul, Vorsitzender des Rates der British Medical Association, Richard Horton, Chef­redakteur von The Lancet, und Fiona Godlee, Chefredakteurin des BMJ.

Sie fordern eine parteiübergreifende, rasche Situationsanalyse und Bewertung der Res­sour­cen in Gesellschaft und Gesundheitswesen. „Wir glauben, dass eine solche Überprü­fung von entscheidender Bedeutung ist und bald stattfinden muss, wenn die Öffentlich­keit darauf vertrauen soll, dass das Virus eingedämmt werden kann“, schreiben sie.

Sie betonen, dass es bei der Überprüfung nicht darum gehen sollte, zurückzublicken oder Schuld zuzuweisen. „Wir sind nicht an ein bestimmtes Untersuchungs- oder Überprü­fungs­­konzept gebunden, aber es sollte schnell, breit angelegt, ehrgeizig und in der Lage sein, das Vertrauen der Öffentlichkeit und der Interessengruppen zu gewinnen, und es muss jetzt geschehen“, schreiben sie.

Diese Überprüfung sollte sich auch auf die Schwachstellen konzentrieren, in denen drin­gend gehandelt werden müsse, um weitere Verluste an Menschenleben zu verhin­dern und die Wirtschaft so vollständig und so schnell wie möglich wiederherzustellen. Wichtig sei dabei auch, bestehende regionale und lokale Strukturen einzubeziehen.

„Wir sind der Meinung, dass es gute Gründe für eine sofortige Bewertung der nationalen Bereitschaft gibt, wobei die ersten Ergebnisse spätestens im August vorliegen sollten, und dass die gesamte Arbeit bis Ende Oktober abgeschlossen sein sollte“, so die Ge­sundheitsexperten. © hil/aerzteblatt.de

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