NewsPolitikCOVID-19: KMK beschließt Hygienemaßnahmen für kommendes Schuljahr
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

COVID-19: KMK beschließt Hygienemaßnahmen für kommendes Schuljahr

Mittwoch, 15. Juli 2020

/vectorfusionart, stock.adobe.com

Bonn – Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat gestern einen gemeinsamen „Rahmen für aktualisierte Infektionsschutz- und Hygienemaßnahmen“ für die Länder beschlossen. Die­ser soll als Orientierung bei der Erstellung und Überarbeitung von schulischen Infekti­ons­schutz- und Hygieneplänen für das Schuljahr 2020/2021 dienen.

„Es ist unsere Aufgabe, das Recht auf Bildung mit den notwendigen Maßnahmen zum Schutz vor einer Verbreitung des Coronavirus in Einklang zu bringen. Das machen wir mit dem gemeinsamen Rahmenplan“, erläuterte Stefanie Hubig (SPD), KMK-Präsidentin und rheinland-pfälzische Bildungsministerin.

Anzeige

Ein weitestgehender Normalbetrieb mit Unterricht in Präsenzform könne nur dann funkti­o­­nieren, wenn in den Schulen vor Ort die geltenden Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Darüber hinaus erfordere es die dynamische Entwicklung der Coronapandemie, dass die Kultusminister das Infektionsgeschehen in Absprache mit den Gesundheitsbe­hör­­den „weiterhin lokal, regional und landesweit sehr genau“ beobachten.

Auf Detailregelungen hat die KMK „vor dem Hintergrund spezifischer Gegebenheiten vor Ort bewusst verzichtet“. Maßgeblich sollen die jeweiligen landesspezifischen Regelungen sein. Generell sollen Schulleitungen sowie Pädagogen bei der Umsetzung von Infektions­schutz- und Hygieneplänen mit gutem Beispiel vorangehen und so die Schüler motivie­ren, die Hygienehinweise ernst zu nehmen und ebenfalls umzusetzen.

Dies betrifft etwa den Verzicht auf Körperkontakt, das Einhalten der Husten und Nieseti­kette sowie die gründliche Händehygiene. Das Tragen einer Mund-Nasen Bedeckung soll dann erfolgen, wenn dies länderseits in einer rechtlichen Regelung vorgesehen ist. Zu­dem sollen alle Räume der Schulen regelmäßig und gründlich belüftet sowie gereinigt werden. Um die Hygienemaßnahmen zu unterstützen, sollen in den Sanitärbereichen aus­reichend Flüssigseifenspender und Einmalhandtücher bereitgestellt werden.

Die KMK stellt in dem Beschluss fest, das auch Schüler mit Grunderkrankungen der Schul­­pflicht unterliegen. Im Einzelfall müsse durch die Sorgeberechtigten in Absprache mit den behandelnden Ärzten kritisch geprüft und abgewogen werden, inwieweit ein mög­liches gesundheitliches Risiko eine längere Abwesenheit vom Präsenzunterricht und somit Isolation der Schüler zwingend erforderlich macht.

Der Deutsche Lehrerverband forderte in einer ersten Reaktion weitreichendere Konzepte. Es brauche „deutlich umfassendere Innovationen in grundlegenden pädagogischen, tech­nischen, gesundheitsrelevanten und schulorganisatorischen Rahmenbedingungen“ als die vorgestellten KMK-Hygienestandards. Kernelement des vom Verband selbst vorgelegten Zehn-Punkte-Plans ist ein „digital unterstützter Präsenzunterricht als Regelfall“.

Moderner Unterricht verlange den Einsatz von digitalen Medien – die Schulen und die Lehrer müssten darauf in den Ferien vorbereitet werden. Sinnvoll seien in diesem Zu­sammenhang auch digitale Sprechstunden zwischen Lehrkräften, Eltern und Schülern sowie der Aufbau von Förderangeboten. Hierfür benötige man entsprechende finanzielle Mittel.

Der Lehrerverband fordert zudem, die Voraussetzungen für wöchentliche freiwillige Coro­natests an den Schulen zu schaffen. Im Notfall könne der Präsenzunterricht aufgrund der von Kultus- und Gesundheitsbehörden regional beurteilten Infektionslage phasenweise durch Fernunterricht ersetzt werden – mit Teilnahmepflicht, verbindlich zu erreichenden Kompetenzzielen und klaren Vorgaben für Leistungserhebungen und -bewertungen. © aha/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

14. August 2020
Berlin – Im Chaos um die Beschaffung von Schutzmasken steht das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) von Jens Spahn (CDU) demnächt wohl vor Gericht. Nach Angaben des Landgerichts Bonn, wo die Behörde
Chaos um Schutzmasken: Händler fordern Millionen vom Ge­sund­heits­mi­nis­terium
14. August 2020
Kupferzell – Eine Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI) in der baden-württembergischen Gemeinde Kupferzell zur Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 zeigt die Wirksamkeit der Maßnahmen gegen die
Hohe Dunkelziffer bei Infektionen mit SARS-CoV-2 in Kupferzell festgestellt
14. August 2020
Karlsruhe – Es ist für viele in der Coronapandemie ein Horrorszenario, wenn Ärzte bei Behandlungsengpässen Patienten aufgeben müssen. Staatliche Vorgaben für die Entscheidung zwischen Leben und Tod
COVID-19: Entscheidung über Triage bleibt vorerst Ärzten überlassen
14. August 2020
Berlin – Die Bundesregierung hat die Aufarbeitung der Probleme bei Coronatests von Urlaubsrückkehrern in Bayern begrüßt. Es sei eine schwere Panne passiert, die sehr ernsthaft und bedauerlich sei,
Bund begrüßt Aufarbeitung der Coronatestpanne in Bayern
14. August 2020
Berlin – Die finanzielle Unterstützung der Krankenhäuser durch die Bundesländer in der Coronapandemie fällt sehr unterschiedlich aus. Das hat eine Umfrage des Deutschen Ärzteblatts (DÄ) unter den
Coronakrise: Länder unterstützen Krankenhäuser unterschiedlich
14. August 2020
Berlin – Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum, hat darauf hingewiesen, dass die Krankenhäuser die Auslastung, die sie vor der Coronapandemie hatten, auf
DKG: Normalbelegung im Krankenhaus wird weiterhin nicht möglich sein
14. August 2020
Berlin – Die Zahl der bekannten Neuinfektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 in Deutschland ist erneut leicht gestiegen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER