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Obere Atemwegsinfekte häufigster Grund für Rezepte

Donnerstag, 16. Juli 2020

/dpa

Berlin – Akute obere Atemwegsinfekte sind im vergangenen Jahr der häufigste Grund für eine Verordnung von Atemwegstherapeutika gewesen. Dabei wurden meist bewährte Prä­parate ohne Patentschutz verschrieben. Das geht aus einer aktuellen Analyse der Phar­ma­beratung IQVIA hervor.

Rund 97 Millionen Rezepte wurden demnach im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit Atemwegserkrankungen verschrieben. Davon stellten Medikamente gegen akute In­fektionen der oberen Atemwege fast ein Viertel (24 Prozent). Akute Bronchitiden waren für rund zehn Prozent der Verschreibungen verantwortlich.

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Weitere sechs Prozent der Atemwegsmedikamente wurden zur Behandlung anderer, nicht näher definierter Bronchitiden rezeptiert. Die Diagnosen Asthma bronchiale und Chro­nisch Obstruktive Lungenerkrankung (COPD) waren mit jeweils knapp zwölf Prozent we­ni­ger häufig Grund einer Verordnung.

Unter 18 analysierten Facharztgruppen schrieben Pneumologen die meisten Atemwegs­therapeutika auf: Mehr als 4.500 Rezepte pro Arzt im Jahr 2019. Bei Pädiatern und HNO-Fachärzten waren es weniger als halb so viele. Rund 900 Verordnungen des Jahres kamen von Hausärzten.

Hauptsächlich handelte es sich bei den Medikamenten um Generika und Altoriginale, de­ren Patent ausgelaufen ist, schreiben die Analysten der IQVIA. Das liege vor allem daran, dass es nur wenig neue Atemwegstherapeutika auf dem Markt gäbe. Drei Viertel (76 Pro­zent) der 2019 abgegebenen Medikamente wurden vor dem Jahr 2010 zugelassen, nur zwei Prozent waren jünger als zwei Jahre.

Doch diese neuen Präparate seien der Grund dafür, dass der reine Umsatz mit Atemwegs­the­rapeutika, ohne Abzug jeglicher Rabatte, zwischen 2017 und 2019 um rund 900 Millionen Euro gestiegen sei.

Insgesamt hat die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) im Jahr 2019 nach Angaben von IQVIA durch Abschläge von Herstellern und Apotheken fast 100 Millionen Euro ge­spart. Rabattverträge seien dabei nicht eingerechnet. IQVIA rechnet jedoch damit, dass circa 63 Prozent der 2019 von der GKV bezahlten Atemwegsmedikamente einem Rabatt­vertrag unterlagen. © jff/aerzteblatt.de

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