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Medizin

Studie identifiziert Immunotypen, die mit Schwere von COVID-19 korrelieren

Donnerstag, 16. Juli 2020

/picture alliance, empics, Steve Parsons

Philadelphia –Die Immunreaktion auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 lässt sich offenbar in drei distinkte Typen einteilen, die mit der Schwere des Krankheitsverlaufs korrelieren, wie eine am Mittwoch in Science veröffentlichte Studie zeigt. Das Vorhandensein von „Immunotypen“ könnte Konsequenzen für die Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen gegen COVID-19 haben, schreiben die Autoren (DOI: 10.1126/science.abc8511).

Der Immunologe Divij Mathew von der University of Pennsylvania Perelman School of Medicine in Philadelphia und seine Koautoren analysierten die Immunantwort von 125 Patienten, die aufgrund einer akuten COVID-19-Erkrankung stationär behandelt wurden.

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„Die akute SARS-CoV-2-Infektion resultierte in weitreichenden Veränderungen der zirkulierenden Immunzellpopulationen“, berichten sie. Diese Veränderungen unterschieden sich aber zwischen den Patienten. Per hochdimensionaler Durchflusszytometrie identi­fizierten Mathew und sein Team Untergruppen, die sich in ihrer Immunantwort unterschieden:

  • Immunotyp 1 zeigte demnach eine robuste CD4-T-Zell-Aktivierung, aber nur wenig zirkulierende follikuläre T-Helferzellen (TFH), dafür proliferierende Effektor-/Exhausted-CD8-T-Zellen und eine Beteiligung von T-bet+-Plasmablasten.
  • Immunotyp 2 war dem Bericht der US-Forscher zufolge durch traditionellere Effektor-CD8-T-Zell-Untergruppen, eine geringe CD4-T-Zell-Aktivierung und proliferierende Plasmablasten und Gedächtnis-B-Zellen charakterisiert.
  • Immunotyp 3 wiederum zeigte nur eine minimale Aktivierung von Lymphozyten. Circa 20 Prozent der untersuchten Patienten wiesen diesen Immunotyp auf, der offenbar keine robuste antivirale T- und B-Zellantwort ausbildet.

Die Auswertung der verschiedenen Immunmarker, der klinischen Merkmale und des Verlaufs der Patienten ergab, dass Immunotyp 1 mit einer schwereren Erkrankung assoziiert war. Immunotyp 2 dagegen zeigte diese Assoziation nicht.

Immunotyp 3 sei negativ mit der Erkrankungsschwere assoziiert gewesen, was darauf hindeute, dass eine weniger robuste Immunreaktion mit einer weniger schweren Pathologie einhergehe, so die Autoren, und dies obwohl die Patienten im Krankenhaus behandelt worden seien.

Mathew und seine Koautoren resümieren, dass ihre Erkenntnisse „die Idee provozieren, Therapien oder künftige immunbasierte klinische Studie für Patienten maßzuschneidern, deren Immunotyp einen größeren potenziellen Nutzen verspricht“. © nec/aerzteblatt.de

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