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West-Nil-Virus bei Vogel in Berlin entdeckt

Donnerstag, 16. Juli 2020

/picture alliance, blickwinkel, M. Kuehn

Berlin – In Berlin hat sich zum ersten Mal in dieser Mückensaison ein Wildvogel mit dem West-Nil-Virus infiziert. Die Blaumeise wurde in der vergangenen Woche im Bezirk Trep­tow-Köpenick tot aufgefunden und im Landeslabor Berlin-Brandenburg untersucht, teilte die Senatsverwaltung für Verbraucherschutz heute mit.

Es sei der erste Nachweis des West-Nil-Virus in Deutschland in dieser Mückensaison. In Berlin wurde das Virus aus den Tropen 2019 bei 24 Vögeln nachgewiesen. Das West-Nil-Virus ist ein aus Afrika stammender Erreger, der durch Zugvögel auch nach Europa ver­breitet wird. Hauptsächlich wird das Virus von Stechmücken zwischen wildlebenden Vö­geln übertragen.

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An Vögeln infizierte Mücken können den Erreger aber auch auf Säugetiere – vor allem Pferde – und auf Menschen übertragen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hält Ansteckun­gen mit der Tropenkrankheit West-Nil-Fieber in Deutschland dauerhaft für möglich. Vor allem längere Sommer mit hohen Temperaturen könnten zu einer verlängerten Saison und einer weiteren räumlichen Ausbreitung beitragen. Der Erreger sei offenbar in der Lage in Deutschland zu überwintern.

Die ersten Nachweise in Deutschland lagen 2018 bei Vögeln und Pferden vor. Im vergan­ge­nen Jahr gab es in Ostdeutschland im Spätsommer erstmals fünf diagnostizierte Infek­tionen beim Menschen, die vermutlich auf Mückenübertragung im Inland zurückgingen – in Berlin, Sachsen-Anhalt und Sachsen. Zuvor hatten allein Reisende Infektionen mitge­bracht.

Von Mensch zu Mensch kann das Virus nach dem bisherigen Kenntnisstand nicht übertra­gen werden. Hauptwirte bleiben Vögel, bei denen einzelne Arten besonders empfänglich sind. Sie erkranken und verenden eher als andere.

Bei Menschen zeigt bisher nur ein klei­ner Teil der Infizierten Symptome. Generell erkran­ke nur etwa einer von 100 Infizierten schwer, heißt es beim RKI. Menschen in hohem Al­ter oder mit Immunschwäche gelten als besonders gefährdet.

Nach einer Ansteckung entwickelt rund ein Fünftel der Infizierten eine fieberhafte, grip­pe­ähnliche Erkrankung, die etwa drei bis sechs Tage andauert. Der Krankheitsbeginn ist abrupt mit Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Rückenschmerzen, Abgeschlagenheit und Lymphknotenschwellungen verbunden. In seltenen Fällen entwickelt sich eine Gehirn­entzündung.

Ärzte sollten vor allem im Sommer und Spätsommer in Gebieten mit Nachweisen für das Virus bei solchen Symptomen auch an West-Nil-Fieber denken, rät das RKI. Einen Impf­stoff für Menschen gibt es bisher nicht. Deshalb gilt Mückenschutz als bestes Mittel.

Dazu zählen an Orten mit vielen Mücken unter anderem das Tragen von langärmeligen Hemden oder Blusen und langen Hosen, die Anwendung von Sprays, der Gebrauch von Moskitonetzen und Fenstergitter. © dpa/aerzteblatt.de

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