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Ausland

Infodemiologie: WHO will gesundheits­schädliche Informationsflut bekämpfen

Mittwoch, 22. Juli 2020

/cbies, stock.adobe.com

Genf – Im Kampf gegen ein Virus, dass Millionen Menschen in aller Welt bedroht, gibt es eine zweite Front: die Informationsflut mit vielen falschen und missverständlichen Infor­mationen, die das Vertrauen der Menschen in Behörden und Experten zu untergraben droht.

Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) hat Wissenschaftler aus zahlreichen Disziplinen und Ländern zusammengebracht, die eine neue Forschungsdisziplin schaffen wollen: Infodemiologie.

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Das ist das Ergebnis einer Onlinekonferenz, die gestern zu Ende gegangen ist. Beteiligt waren Wissenschaftler aus Disziplinen wie Mathematik, EDV, Soziologie, Psychologie, Gesundheit, Kommunikation und anderen.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hatte schon zu Anfang der Pandemie vor einer „Infodemie“ gewarnt, die Menschen mit einer schier unendlichen Flut von Information zu erschlagen drohte.

Darunter seien Falschinformationen und Verschwörungstheorien, die Menschen verunsi­cher­ten. Wie dieses Phänomen in den Griff zu bekommen ist, soll die Disziplin der Info­de­miologie zu Tage fördern.

Eine unüberschaubare Menge an Informationen könne sich negativ auf die Gesundheit auswirken, so die WHO, etwa weil sie Stress und Sorgen verstärken und Menschen wo­möglich dahin trieben, gefährlichen Ratschlägen zu folgen.

„Es war noch nie deutlicher als heute, dass Kommunikation eine wesentliche gesund­heits­politische Intervention ist, die ebenso wie Epidemiologie, Virologie und klinisches Management zur Bekämpfung von Pandemien beiträgt“, so die WHO. Es sei nötig, den Informationsfluss in sozialen Medien messen zu können, sagte Pier Luigi Sacco von der Universität IULM in Mailand.

Offene Fragen seien unter anderem, wie Menschen lernen können, gute von schlechten Quellen zu unterscheiden, wie Missverständnisse beim Informationsaustausch durch kulturelle Verschiedenheiten unterbunden werden können, wie effektiver kommuniziert werden könne. © dpa/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #840196
Salige
am Dienstag, 25. August 2020, 23:53

Siehe Artikel EbM Kritik an missverständlich Informationen

Das hätte die WHO gerne: die noch verfügbaren Recherche- und Informationsmöglichkeiten für selbst denkende Menschen auch noch unter Kontrolle bekommen...
Avatar #836932
Sassandra
am Montag, 17. August 2020, 10:52

Die Frage ist:

WER wird darüber urteilen - über Wahrheit und Falschinformation...es gibt vielleicht auch noch Zwischentöne. Wenn die Behauptung, das Virus sei erfunden, als Fake eingestuft wird, kann ich persönlich damit leben. Wenn aber "Worst case"-Hochrechnungen mit falschen Todesvorhersagen die Menschheit in Angst und Schrecken versetzt, eher nicht. Von Anfang an trat kein Kommitee auf, das bürgernahe Aufklärung betrieb. Die Menschen sind verunsichert durch die Einseitige Berichterstattung der Medien, In Print und TV. Politiker sind zu Dauer-Show-Gästen heruntergekommen, die immer das gleiche predigen. Panik statt Aufklärung ist keine Lösung. Die Regierung hat sich dadurch ihre Glaubwürdigkeit verspielt und den Weg geebnet für alle möglichen (falschen) Theorien. Jedes kritische Hinterfragen wird als "Verschwörung" abgetan, Jeder mit kritischer oder hinterfragender Meinung ist ein "Leugner"...
Präsentiert den Bürgern ein sinnvoll zusammengesetztes Komitee, und die Leute gewinnen wieder Vertrauen! Aber nicht auf DIESE Weise!
Avatar #759489
MITDENKER
am Donnerstag, 23. Juli 2020, 17:22

Wider die Infodemie!

Jawohl, und vor allem diese Wissenschaftler mal zensieren, die in sogenannten Modellrechnungen über 3 Millionen Covid-19-Tote prognostiziert haben. Ist ja ein Wahnsinn, wie solche Leute die Bürger verrückt machen. Was sich ja jetzt täglich zeigt.
Und dann noch diese permanenten Warnungen vor Hotspots, die nach 2 Wochen dann wieder vergessen sind - und keiner gestorben ist.
Gut, dass die WHO etwas dagegen unternimmt.
LNS
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