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Ärzteschaft

Sportler brauchen keine Proteinpräparate

Donnerstag, 23. Juli 2020

/Africa Studio, stockadobecom

Bonn – Die Arbeitsgruppe Sporternährung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat in einem neuen Positionspapier zusammengefasst, wieviel Protein Sportler be­nötigen und wie sie es aufnehmen sollten.

„Ein Ergebnis ist: Im Ernährungsalltag von Sportlern gibt es keinen physiologischen Grund, die Proteinzufuhr durch Supplemente zu ergänzen und eine ausgewogene Ernäh­rung ist Supplementen in der Regel überlegen“, erläutert der Sprecher der Arbeitsgruppe, Helmut Heseker von der Universität Paderborn.

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Die Empfehlungen zur Proteinzufuhr vor und nach dem Workout ließen sich durch eine geeignete Lebensmittelzusammenstellung erreichen. Lediglich bei Lebensmittelunver­träg­­lichkeiten, Notwendigkeit zur Energierestriktion oder besonders intensiven oder neu­en Trainingsinhalten könne eine Supplementation sinnvoll sein.

Eiweißen werden im Sport bekanntlich positive Effekte zugeschrieben wie die muskuläre Proteinbiosynthese, Aufbau von Muskelmasse und Muskelkraft, eine Verbesserung der Körperzusammensetzung sowie eine optimale Regeneration in der Nachbelastungsphase.

Gesunde Erwachsene im Alter von 19 bis unter 65 Jahren, die maximal fünf Stunden pro Woche sportlich aktiv sind, haben laut dem Positionspapier keinen erhöhten Proteinbe­darf. Für sie gilt ein Referenzwert für die empfohlene Proteinzufuhr von 0,8 g/kg Körper­ge­wicht pro Tag. Für gesunde, normalgewichtige ältere Menschen ab 65 Jahren liegt der Schätzwert für die angemessene Proteinzufuhr bei 1,0 g/kg pro Tag.

Für Sportler, die mehr als fünf Stunden pro Woche trainieren, wird abhängig von Trai­nings­zustand und Trainingsziel eine Proteinzufuhr von 1,2–2,0 g/kg pro Tag empfohlen. Dabei stellt die Proteinzufuhr keine fixe Kenngröße dar, sondern kann je nach Trainings­ziel, Trainingsintensität und Trainingsumfang flexibel angepasst werden.

Neben der Proteinmenge ist laut der DGE auch die Proteinqualität von Bedeutung. Le­bensmittel sollten so kombiniert werden, dass ein möglichst hoher Anteil an unentbehr­lichen Aminosäuren erreicht wird.

„Derzeit besteht keine Evidenz, dass tierische Proteine gegenüber pflanzlichen Proteinen einen eindeutigen Vorteil bringen. Im Gegenteil: Ein höherer Anteil an pflanzlichen Pro­teinquellen ist eher positiv zu beurteilen, da dieser meist mit einer höheren Ballaststoff-, Kohlenhydrat- und Vitaminzufuhr und gleichzeitig weniger gesättigten Fettsäuren ein­hergeht“, berichtet die Fachgesellschaft. © hil/aerzteblatt.de

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