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Politik

Kita-Studie: Infektionspotenzial von Kindergartenkindern weiterhin unklar

Donnerstag, 23. Juli 2020

/dpa

Düsseldorf – Bei der Untersuchung von 5.210 Kindern und Erwachsenen in 115 Düssel­dor­fer Kitas haben Wissenschaftler des Instituts für Virologie der Heinrich-Heine-Univer­sität am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) nur eine einzige Infektion festgestellt.

Die Öffnung von Kindertagesstätten im eingeschränkten Regelbetrieb habe offenbar nicht zu einem starken Anstieg von Corona-Infektionen geführt, gab das UKD bei der heu­tigen Vorstellung der Studienergebnisse bekannt. Die Studie hat noch kein Gutachterverfahren durchlaufen.

Die Gründe für das überraschen niedrige Infektionsgeschehen seien noch nicht voll­stän­dig geklärt. Eine klare Aussage dazu, welche Bedeutung Kinder im Kita-Alter als Infekti­ons­quellen haben, lasse sich anhand der Studiendaten nicht treffen, betonten die Auto­ren.

Der Rücklauf der Untersuchungsproben sei sehr gut gewesen, das sei nicht bei jeder Stu­die der Fall, erklärte Jörg Timm, Direktor des Instituts für Virologie am UKD. An der Mo­dellstudie hatten vom 10. Juni bis 7. Juli 3955 Kinder und 1.255 Beschäftigte teilge­nomm­en.

Sie wurden über einen Zeitraum von vier Wochen zweimal wöchentlich auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 untersucht. Das Labor der Uniklinik analysierte fast 35.000 Spuckproben. Insgesamt sind in den 115 beteiligten Kitas mehr als 8.100 Kinder angemeldet.

Nicht in der Studie aufgeführt, seien zehn weitere Infektionen von zwei Beschäftigten und acht Kindern in den beteiligten Einrichtungen, da diese nicht an der Untersuchung teilgenommen hatten, so das UKD in einer Mitteilung. Das Gesundheitsamt der Stadt ha­be die Neuinfektionen innerhalb des vierwöchigen Untersuchungszeitraums erfasst. Die betroffenen Kinder hätten sich meist im häuslichen Umfeld angesteckt.

Mit der Studie hatten die Wissenschaftler untersuchen wollen, ob es durch die Wiederer­öffnung der Kitas zu neu auftretenden infektionsfällen kommt und ob Kinder im Kita-Al­ter relevante Infektionsquellen für ihr Umfeld sind. „Glücklicherweise haben wir insge­samt sehr wenig Fälle in den Kitas gefunden“, erklärte Timm.

Die Auswertung habe gezeigt, dass im Studienzeitraum die Häufigkeit von Neuinfektio­nen in Düsseldorfer Kitas auf dem gleichen Niveau wie für die Stadt Düsseldorf insge­samt lag. Während dieser Zeit wurden in Düsseldorf 501 Infektionen mit SARS-CoV-2 an das Gesundheits­amt gemeldet. Darunter waren 32 Infektionen bei Kindern im Kita-Alter. 16 von diesen infizierten Kindern waren in einer Betreuungseinrichtung.

In Bezug auf die Frage, wie relevant Kita-Kinder als Infektionsquellen sein könnten, habe es in einem Fall Hinweise darauf gegeben, dass es innerhalb der Kita zu einer Übertra­gung von SARS-CoV-2 auf ein weiteres Kind und von dort auf Haushaltsangehörige ge­kommen sei.

„Darüber hinaus konnten keine Infektionen bei Kontaktpersonen in den Kitas identifiziert werden“, so Timm, „auf dieser Grundlage von erfreulich wenigen Infektionen ist eine klare Aussage dazu, welche Bedeutung Kinder als Infektionsquelle haben, leider nicht mög­lich“. © alir/dpa/aerzteblatt.de

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