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Medizin

Studie: Do-it-yourself-Maske benötigt mindestens 2 Lagen

Montag, 27. Juli 2020

/picture alliance / Westend61 | Michela Ravasio

Sydney – Eine selbst hergestellter Mund-Nase-Schutz, etwa aus dem Stoff eines T-Shirts, benötigt mindestens zwei Schichten, besser noch drei Schichten, um die Ausbreitung von Viruströpfchen aus Nase und Mund zu verhindern. Dies illustrieren Videos, die Forscher aus Australien, wo die zweite Coronawelle bereits begonnen hat, in Thorax (2020; DOI: 10.1136/thorax-2020-215748) vorstellen.

Ein Mund-Nase-Schutz, egal ob selbst hergestellt oder gekauft, bietet nach Einschätzung der meisten Experten keinen sicheren Schutz vor einer Infektion. Er kann allerdings verhindern, dass Menschen, die ihre eigene Infektion (noch) nicht bemerkt haben, eine größere Anzahl anderer Menschen ansteckt. Im Fall einer Epidemie gilt ein Mund-Nase-Schutz deshalb neben dem „social distancing“ als effektives Mittel, um die weitere Ausbreitung der Viren zu verhindern.

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Viele Menschen benutzen selbst hergestellte oder im Laden gekaufte Masken, deren Schutzwirkung nicht medizinisch getestet wurde. Bei einem Mangel an chirurgischen Schutzmasken sind sie in vielen Ländern derzeit die einzige Schutzmöglichkeit. Auch in Australien, wo das Virus sich derzeit in einigen Großstädten erneut ausbreitet, sind chirurgische Gesichtsmasken knapp.

Prateek Bahl und Mitarbeiter von der School of Mechanical and Manufacturing Engineering an der Universität Sydney haben mit einer Highspeed-Kamera die Schutzwirkung von zwei Do-it-yourself-Masken und einer chirurgischen Maske untersucht. Die Aerosole wurden dabei mit einer LED-Beleuchtung vor einem dunklen Hintergrund sichtbar gemacht.

Die beiden selbst hergestellten Masken bestanden aus einer oder zwei Lagen Stoff, der bei einer Fadendichte von 170 Fäden pro Quadratzoll eine Dichte von 175 g/m2 hatte. Zum Vergleich wurde eine handelsübliche dreilagige chirurgische Maske verwendet.

Die Probanden wurden zunächst gebeten, laut von eins bis zehn zu zählen, dann zu Husten und schließlich zu niesen. Schon beim Sprechen wurden für die Kamera sichtbar Aerosole in die Umgebung verbreitet. Husten erhöhte den Ausstoß. Die größte Menge wurde allerdings beim Niesen freigesetzt.

Schon eine einschichtige Gesichtsbedeckung hielt die Aerosole besser zurück als keine Gesichtsbedeckung. Eine zweischichtiger Mund-Nase-Schutz ging vor allem beim Husten und Niesen mit einer deutlichen Reduzierung der Aerosolausbreitung einher.

Die beste Wirkung erzielte jedoch die chirurgische Maske. Sie war auch beim Niesen in der Lage, eine Tröpfchenwolke vor dem Gesicht zu verhindern.

Die Visualisierungen zeigen, dass die Zahl der Lagen ein Qualitätsfaktor beim selbst hergestellten Mund-Nase-Schutz ist. Auch die Wahl der verwendeten Stoffe dürfte wichtig sein. Aussagen über die Effektivität des Schutzes (anderer Personen) sind aufgrund eines Video-Experiments natürlich nicht möglich. Dies wäre nur durch klinische Studien mit einer größeren Teilnehmerzahl möglich, was aufgrund der Vielfalt der selbst hergestellten Masken unrealistisch ist. © rme/aerzteblatt.de

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