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Berlin und Hamburg: Tausende feiern Partys teils ohne Abstand

Montag, 27. Juli 2020

/picture alliance, Christoph Soeder

Berlin – Nächtliche Partys in Berlin und Hamburg haben erneut zu teils langen Polizei­ein­­sätzen ge­führt. Bereits am vergangenen Samstagabend feierten rund 3.000 Menschen in Berlin-Neukölln im Volkspark Hasenheide. Mit Scheinwerfern leuchteten die Beamten im Dunkeln den Park aus.

Per Lautsprecher forderten sie die Feiernden auf, den Volkspark zu verlassen und dabei den Mindestab­stand einzuhalten. Die meisten Teilnehmer befolgten dies, jedoch mussten die Sicherheits­kräfte in einigen Fällen auch Platzverweise aussprechen.

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Das Geschehen zog sich bis zum Sonntagmorgen hin. Erst um 5 Uhr früh war der Einsatz nach Angaben der Sprecherin beendet. Fünf Musikanlagen wurden demnach beschlag­nahmt und fünf Ordnungswidrigkeiten wegen unzulässigen Lärms notiert.

Veranstaltungen im Freien mit mehr als 1.000 gleichzeitigen Teilnehmern sind nach der Berliner Infektionsschutzverordnung bis einschließlich 31. August 2020 verboten.

Auch im Hamburger Ausgehvierteln auf St. Pauli und in der Schanze feierten erneut Tau­sende abstandslos und ausgelassen. Wegen des Andrangs vorwiegend junger Menschen musste die Große Freiheit gleich mehrfach abgesperrt werden, wie eine Polizeisprecherin sagte. Im Schanzenviertel wurden Außer-Haus-Verkaufsverbote für Alkohol ausgespro­chen.

In drei Clubs auf der Großen Freiheit habe es in der Nacht zum Sonntag Beanstandungen gegeben, sagte die Polizeisprecherin. Auch auf der Straße hätten die Feierlustigen im dichten Gedränge den Mindestabstand nicht einhalten können, so dass die Polizei den Zugang wieder mehrfach begrenzen musste.

Die Behörden hatten vor dem Wochenende an die Vernunft vor allem der jungen Hambur­ger appelliert, die Regeln einzuhalten. In einem Abendblatt-Interview warf Sozialsenato­rin Melanie Leonhard dem Partyvolk unsolidarisches Verhalten vor.

„Es gibt Menschen, die wegen der Auflagen vor den Trümmern ihrer Existenz stehen, und es gibt andere Menschen, die diese Auflagen nicht ernst nehmen.“ Die an den Tag gelegte Sorglosigkeit sei nicht gut. „Die Menschen nehmen in Kauf, nicht nur sich, sondern auch andere zu gefährden“, sagte die SPD-Politikerin.

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hat ebenfalls zur Vorsicht angemahnt. Man müsse sehr wachsam sein, damit sich die Lage nicht drastisch verschlechtere, sagte die SPD-Politikerin heute in einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses im Abgeord­netenhaus.

Mit den Partyproblemen stehen deutsche Städte nicht allein da. Auch in Tschechien wur­de am Wochenende eine dreitägige Technoparty gefeiert. Zum Abschluss kamen gestern noch ein­mal rund 900 Menschen auf einem Feld rund 60 Kilometer südlich von Prag zu­sammen, wie eine Polizeisprecherin mitteilte.

Am Samstag hatten sich sogar rund 2.000 Teilnehmer versammelt, darunter auch Hun­derte Ausländer aus Nachbarländern wie Deutschland und Österreich. © dpa/aerzteblatt.de

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