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Politik

Nach Ausbruch in Bayern: Mehr Tests, häufigere Kontrollen, höhere Strafen

Montag, 27. Juli 2020

Markus Söder /picture alliance, Peter Kneffel

München – Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat nach der Masseninfektion mit SARS-CoV-2 auf einem Gemüsehof in Mamming höhere Strafen für Betriebe angekün­digt, die gegen Hygieneauflagen verstoßen.

Bei Verstößen würden künftig 25.000 Euro statt bislang 5.000 Euro Bußgeld fällig, kün­digte Söder an. Weiter sollten während der Erntezeit landwirtschaftliche Betriebe in kür­zeren Abständen als bisher geprüft werden, das sei Tag und Nacht unangemeldet mög­lich. Vor­gesehen sind auch Tests für alle Saisonarbeiter in Bayern.

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Nach der Masseninfektion stehen fast 500 Menschen unter Quarantäne und dürfen den Betrieb nicht mehr verlassen. 174 Erntehelfer wurden bei der Reihenuntersuchung positiv auf SARS-CoV-2 getestet.

Das Landratsamt Dingolfing-Landau ließ das Gelände mit einem Bauzaun absperren, ein Sicherheitsdienst überwacht das Ausgehverbot, die Fortsetzung der Ernte wurde verbo­ten. Das berichtete Landrat Werner Bumeder (CSU) gestern auf einer Pressekonferenz.

Grüne und SPD warfen der Staatsregierung mangelhafte Kontrolle der Unterkünfte vor und gaben Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und seinem Kabinett deswegen Mitver­antwortung.

Die Staatsregierung will nun in einer „Corona-Testoffensive“ auf großen Höfen die Ernte­helfer untersuchen lassen. „Wir nehmen die Situation sehr ernst“, sagte Gesundheits­minis­terin Melanie Huml (CSU). „Bisher scheint es lokal eingrenzbar zu sein.“ Schwerpunkte der Tests sind zunächst die Höfe der Umgebung und im Landkreis.

Mamming ist eine ländliche Gemeinde mit gut 3.300 Einwohnern unweit von Dingolfing mit seinem großen BMW-Werk. Bei dem betroffenen Betrieb handelt es sich um einen großen Gemüsehof, der Erdbeeren, Gurken, Kohl und Rote Bete anbaut – die Gurken aber nur für Einlegegläser.

Die Erntehelfer stammen aus Ungarn, Rumänien, Bulgarien und der Ukraine. Der Betrieb hatte nach Bumeders Worten das vereinbarte Hygienekonzept nicht vollständig umge­setzt. Die Erntehelfer sind in Containern untergebracht, pro Container zu dritt.

„Wir bieten allen Mamminger Bürgern kostenlose Tests an“, sagte der Landrat gestern. „Ich bitte die Bevölkerung um Besonnenheit.“ Weitere Fälle infizierter Erntehelfer gibt es nach Bumeders Worten in seinem Landkreis nicht.

Die ersten Infektionen waren am vergangenen Freitag festgestellt worden, nachdem sich sieben Erntehelfer mit leichten Symptomen bei der Betriebsleitung gemeldet hatten. Das war der Anlass des Reihentests.

Einer der infizierten Erntehelfer ist erkrankt und wird stationär im Krankenhaus behan­delt. Auf dem Hof wurden infizierte von nicht infizierten Mitarbeitern getrennt. © dpa/aerzteblatt.de

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