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Brasilien: Bolsonaro nach eigenen Angaben nicht mehr Corona-positiv

Montag, 27. Juli 2020

Jair Bolsonaro /picture alliance, ASSOCIATED PRESS, Eraldo Peres

Brasília – Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat nach eigenen Angaben seine Infektion mit SARS-CoV-2 überwunden. Das letzte Testergebnis sei negativ gewesen, schrieb der rechtsnationale Staatschef am Wochenende in einem Eintrag in den Online-Netzwerken. Die Ansteckung mit dem Coronavirus war vor knapp drei Wochen bei ihm diagnostiziert worden.

Bolsonaro schreibt den nach eigenen Angaben milden Verlauf der Infektion und die rasche Genesung seiner Therapie mit dem Malariamittel Hydroxychloroquin zu. „Guten Morgen an alle“, erklärte er in dem Eintrag und hielt auf dem dazu geposteten Foto lä­chelnd eine Packung des Mittels in die Kamera.

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Bislang gibt es keine wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit von Hydroxychloro­quin gegen das Virus, sein Einsatz gegen die Infektion ist unter Forschern und Medizinern umstritten. Auch US-Präsident Donald Trump hatte wiederholt für Hydroxychloroquin ge­worben.

Dagegen hatte die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) die klinischen Studien zum Ein­satz von Hydroxychloroquin gegen schwere Coronavirus-Infektionen eingestellt. Die Or­ga­nisation begründete den Schritt damit, dass bisherige Studien kein Absenken der Sterb­lichkeitsrate bei COVID-19-Patienten durch das Mittel gezeigt hätten.

Nach der Bekanntgabe seiner Genesung spazierte der 65-jährige Präsident durch Brasília, besuchte Geschäfte und begrüßte Anhänger, wie lokale Medien berichteten. Zu seiner In­fektion sagte er laut Videomitschnitten: „Ich habe nichts gespürt, auch nicht am Anfang. Wenn ich nicht den Test gemacht hätte, wäre ich nicht auf die Idee gekommen, dass ich mich mit dem Virus angesteckt habe.“

Nach seiner Rückkehr in den Präsidentenpalast ließ er sich mit rund 20 Anhängern foto­grafieren – zwar mit Maske, aber ohne den empfohlenen Abstand einzuhalten. Bolsonaro steht wegen der Unterschätzung der Pandemie in der Kritik – die Krankheit bezeichnete er anfangs als „kleine Grippe“.

Er hatte sich wiederholt über eine in Brasília geltende Maskenpflicht hinweggesetzt. Bei Treffen mit Anhängern trug er in der Vergangenheit keine Maske. Auch missachtete er das Abstandsgebot, indem er Anhänger umarmte und ihnen die Hände schüttelte. Seine Beliebtheitswerte stiegen Umfragen zufolge zuletzt aber wieder deutlich an.

Mit rund 2,4 Millionen nachgewiesenen Infektionen und mehr als 86.000 Todesopfern ist Brasilien das am zweitstärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Nur die USA haben mehr Opfer zu beklagen.

Die Online-Netzwerke Facebook und Twitter sperrten derweil die Nutzerkonten von 16 Unterstützern von Bolsonaro. Ein Richter am Obersten Gerichtshof, der eine mutmaßliche Desinformationskampagne durch Anhänger des ultrarechten Präsidenten untersucht, hatte die Sperrung am vergangenen Freitag angeordnet.

Der Richter Alexandre de Moraes erklärte, die Konten müssten wegen der „andauernden Verbreitung von Fake News“ sowie „verleumderischer Anschuldigungen und Drohungen“ gegen das Gericht gesperrt werden. © afp/aerzteblatt.de

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