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Ausland

Quarantäne für Briten nach Rückreise aus Spanien

Montag, 27. Juli 2020

/picture alliance, PA Wire, Dominic Lipinski

London/Madrid – Tausende Briten müssen nach ihrem Sommerurlaub in Spanien in eine zweiwöchige Quarantäne. „Wir haben die Entscheidung so schnell getroffen wie wir konn­ten“, sagte der britische Außenminister Dominic Raab gestern dem Nachrichtensen­der Sky News. Man habe damit auf einen „großen Anstieg an COVID-19-Fällen“ auf dem spanischen Festland reagiert.

Mit der schnellen Einführung der Quarantänepflicht für die Rückkehrer sollen eine zweite Infektionswelle und neue Ausgangsbeschränkungen verhindert werden, wie Raab beton­te. Großbritannien ist das am stärksten von der Pandemie betroffene Land in Europa.

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Spanien gehört zu den Ländern, in denen die Briten am liebsten Ferien machen. Auch der britische Verkehrsminister Grant Shapps soll Medien zufolge zu den betroffenen Spanien-Urlaubern gehören. Für die unter der Coronakrise stark leidenden Fluggesellschaften ist die Pflicht zur Selbstisolation ein heftiger Schlag. Sie fürchten nun neue Einbrüche bei den Fluggastzahlen und damit noch mehr Verluste.

Großbritannien hatte zuvor Luftbrücken mit mehr als 70 Ländern und Überseegebieten eingerichtet, die nach Ansicht der Regierung in London die Pandemie im Griff haben. Wer aus diesen Staaten einreist, muss nicht in Quarantäne. Die Listen werden regelmäßig ak­tualisiert. Da jeder Landesteil in Großbritannien über seine eigenen Pandemiemaßnah­men bestimmt, können die Listen in einigen Fällen auch etwas voneinander abweichen.

In ganz Spanien mit seinen rund 47 Millionen Einwohnern wurden nach Angaben des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums in Madrid binnen 24 Stunden mehr als 900 neue Infektionen registriert. Fast die Hälfte der Fälle wurden aus Katalonien und der Nachbarregion Ara­gón gemeldet.

Mit mehr als 270.000 nachgewiesenen Infektionen und mehr als 28.400 Toten gehört Spa­nien zu den schwer von der Pandemie betroffenen Ländern. Während die Zah­len dank drastischer Maßnahmen stark fielen, gehen sie seit dem Ende des Notstands am 21. Juni langsam wieder nach oben.

Der britische Premierminister Boris Johnson räumte unterdessen nach dem ersten Jahr im Amt Fehler bei der Bekämpfung der Coronakrise ein. „Natürlich gibt es Dinge, die wir falsch gemacht haben“, sagte Johnson in einem vorgestern veröffentlichten Interview des Nachrichtensenders Sky News. „Wir müssen so schnell wie möglich aus unseren Fehlern lernen.“ Das Schlimmste dürfte „Mitte nächsten Jahres“ vorbei sein. Kürzlich hatte er noch eine Rückkehr zur Normalität bis Weihnachten vorhergesagt.

Großbritannien ist das am stärksten von der Pandemie betroffene Land in Europa. Exper­ten werfen der Regierung vor, spät und falsch reagiert zu haben. Viele rechnen mit einer zweiten schweren Infektionswelle ab Herbst. Das könnte den maroden staatlichen Ge­sund­heitsdienst NHS zum Kollabieren bringen. Schon während schwerer Grippeausbrüche zur Winterszeit steht der NHS fast jedes Jahr kurz vor dem Zusammenbruch. © dpa/aerzteblatt.de

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