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Politik

Auswärtiges Amt rät von Urlaubsreisen nach Barcelona ab

Dienstag, 28. Juli 2020

Leere Straßen in Barcelona /picture alliance/AP Photo

Berlin – Wegen des starken Anstiegs der Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 in Spanien rät das Auswärtige Amt nun von touristischen Reisen in mehrere Regionen des beliebtesten Urlaubslands der Deutschen ab. Betroffen sind Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava sowie die westlich davon im Landesinneren liegenden Regionen Aragón und Navarra.

Die Balearen mit der beliebten Ferieninsel Mallorca oder die Kanaren bleiben verschont. Das Auswärtige Amt begründete den Schritt heute in seinen Reisehinweisen für Spanien mit den „hohen Infektionszahlen und örtlichen Absperrungen“.

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Auf eine Reaktivierung der formellen Reisewarnung für die stark betroffenen Regionen verzichtete das Ministerium zunächst. Ein solcher Schritt hätte Urlaubern die kostenlose Stornierung von Buchungen ermöglicht. Das Abraten von Reisen ist quasi eine Alarmstufe darunter.

Das Auswärtige Amt hatte die Reisewarnung für das besonders stark von der Pandemie ge­troffene Spanien erst am 21. Juni aufgehoben, nachdem die Regierung einen 14-wöchi­gen Notstand beendet hatte. Die Infektionszahlen waren in den vergangenen Tagen in ei­nigen Gebieten wieder deutlich gestiegen.

Die drei am stärksten betroffenen Regionen werden von der Bundesregierung aber trotz der hohen Infektionszahlen zunächst nicht zu Risikogebieten gezählt. Rückkehrer aus sol­chen Gebieten müssen künftig in Deutschland einen Coronatest machen. In der Europäi­schen Union gilt das derzeit nur für Luxemburg.

Die katalanische Gesundheitsbehörde teilte gestern Abend mit, dass in den vergangenen 24 Stunden 724 neue Infektionen registriert worden seien. Regionalpräsident Quim Torra rief die Menschen zu größter Vorsicht auf. „Die Lage ist sehr kritisch“, sagte er. Die nächs­ten zehn Tage seien „die wichtigsten dieses Sommers“.

Man befinde sich schon fast wieder in einer Situation wie im März. Wenn die Zahlen wei­ter stiegen, müssten drastischere Maßnahmen ergriffen werden. Ausgangsbeschränkun­gen würden dann nicht mehr ausgeschlossen. Mit mehr als 270.000 nachgewiesenen In­fektionen und mehr als 28.400 Toten ist Spanien eines der schwer von der Pandemie betroffenen Länder in Europa.

Großbritannien hatte vorgestern mit einer drastischeren Maßnahme als Deutschland auf die neue Infektionswelle reagiert und eine zweiwöchige Quarantänepflicht für Rückkeh­rer aus ganz Spanien verhängt. Dies habe der spanischen Tourismusbranche „den Rest gegeben“, schrieb die Tageszeitung El País. Die spanische Tourismusindustrie kommt in Normalzeiten für zwölf Prozent des spanischen Bruttoinlandsprodukts auf. © dpa/aerzteblatt.de

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