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Ärzteschaft

KBV-Versicherten­befragung: Zufriedenheit der Patienten auf hohem Niveau

Mittwoch, 29. Juli 2020

Die KBV-Vorstände Thomas Kriedel, Andreas Gassen und Stephan Hofmeister (v.l.) /Georg J. Lopata

Berlin – Die Zufriedenheit der Bevölkerung mit den niedergelassenen Ärzten bleibt hoch. Laut der heute veröffentlichten Versichertenbefragung der Kassenärztlichen Bundesver­einigung (KBV) betrachteten 91 Prozent aller Befragten ihr Vertrauensverhältnis zum letztbesuchten Arzt als „gut“ (38 Prozent) oder „sehr gut“ (53 Prozent).

„Die Befragung verdeutlicht die hohe Wertschätzung für die Arbeit der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte“, resümierte Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV. Die Zu­friedenheitswerte und die Kompetenzzuschreibungen der Befragung befänden sich auf konstant hohem Niveau.

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Zudem sei feststellbar, dass sich die Wartezeiten von gesetzlich und privat Versicherten – entgegen manchen Behauptungen – immer mehr angleichen, betonte der KBV-Chef.

Der Anteil der gesetzlich Versicherten, die ohne Wartezeit einen Termin bekamen, ist laut KBV-Befragung mit 31 Prozent (plus 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) nahezu iden­tisch mit dem entsprechenden Anteil der privat Versicherten mit 30 Prozent (± 0 Prozent). Acht von zehn Befragten (80 Prozent) gaben an, dass es nicht zu lange gedauert habe, bis sie einen Termin bekamen (Vorjahr: 79 Prozent).

Ein weiteres positives Ergebnis der Umfrage: Die Bekanntheit der Telefonnummer 116117 für den ärztlichen Bereitschaftsdienst hat erneut deutlich zugenommen. Nach 37 Prozent im Vorjahr meinen jetzt 45 Prozent aller Befragten, dass sie die Telefonnummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst kennen.

Unter denjenigen Befragten, die angeben, diese Nummer zu kennen, antworteten auf Nachfrage nach der genauen Telefonnummer 71 Prozent korrekt – dies entspricht einem faktischen Bekanntheitsgrad von 32 Prozent (2019: 19 Prozent). Für KBV-Chef Gassen ein gutes, aber noch ausbaufähiges Zwischenergebnis. Den „Härtetest als Corona-Hotline“ habe die Rufnummer aber bestanden und ihre Stabilität unter Beweis gestellt.

Mehr als die Hälfte der Versicherten (51 Prozent) versprechen sich grundsätzlich künftig Vorteile von der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Allerdings befürchten 39 Prozent auch, dass sich das Verhältnis von Ärzten und Patienten eher verschlechtert.

„Der persönliche Kontakt sowie das persönliche Gespräch mit dem Arzt bleibt deshalb der Goldstandard und wird von Patienten auch so gewünscht“, sagte Stephan Hofmeister, stell­vertretender Vorstandsvorsitzender der KBV. Keine App, selbst wenn sie demnächst von den Krankenkassen bezahlt wird, könne den persönlichen Kontakt zum Arzt ersetzen.

Empfehlungen zu Gesundheits-Apps möchten 58 Prozent der Smartphone-Nutzer unter den Patienten am liebsten von ihrem Arzt. KBV-Vize Hofmeister sieht hierin einen weite­ren hohen Vertrauensbeweis für die Ärzte.

Gassen betonte in diesem Zusammenhang, eine vollumfängliche Beratung durch die Ärz­te sei angesichts des großen und schnelllebigen Marktes „nicht leistbar“. Man werde sich im Versorgungsalltag auf die durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinpro­dukte (BfArM) getesteten digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) konzentrieren – diese können von Ärzten und Psychotherapeuten verordnet werden.

Generell nutzen die Versicherten zunehmend Gesundheits-Apps. Innerhalb von drei Jah­ren stieg die Nutzerrate bei den Befragten von 13 auf jetzt 18 Prozent – in der Alters­gruppe bis 29 Jahre nutzen fast ein Drittel Gesundheits-Apps auf dem Smartphone.

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Als eine der größten Herausforderungen für das deutsche Gesundheitssystem in den nächsten Jahren wurde von den Befragten die knapper werdende „Ressource Arzt“ ge­nannt. Die entsprechenden Sorgen seien bei den Versicherten längst angekommen, so Gassen. Diese sollten auch von der Politik endlich ernst genommen und angegangen werden.

Die Arbeitsbedingungen in den Praxen müssten so gestaltet werden, dass sich junge Ärz­te wieder verstärkt niederlassen – die „immer restriktiveren Eingriffe der Politik in die Praxen“, etwa bei der Digitalisierung, seien kontraproduktiv.

Für die Versichertenbefragung der KBV hat die Forschungsgruppe Wahlen Telefonfeld GmbH vom 16. bis 25. März 2020 in Deutschland insgesamt 2.036 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger telefonisch befragt. © aha/aerzteblatt.de

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Avatar #830245
Hortensie
am Donnerstag, 30. Juli 2020, 14:20

Befragung zw. 16. und 25. März, d. h. zu "Corona-Zeiten"

Da die schwer chronisch kranken Menschen seit Beginn der Corona-Pandemie eher zu Hause bleiben und dann nur die eher leicht erkrankten Menschen sich in diesen Zeiten zum Arzt überhaupt getrauen, dürfte dies auch Einfluss auf diese Zahlen haben.
Ich gehe davon aus, dass die Zufriedenheit bei schwer chronisch kranken Menschen am niedrigsten ist.
Denn der Ärztemangel und damit die Unzufriedenheit über Ärzte, die wenig Zeit haben, spielt bei der Zufriedenheit von Patienten sicher eine große Rolle.
Es gibt sogar Hausärzte, die sich die die Patienten nach dem zeitlichen Aufwand aussuchen und denen kündigen, die infolge von Multimorbidiät zeitaufwenider sind.
Das ist nur ein Beispiel für die Folgen des Hausärztemangels.
Avatar #654929
*1044#002051042682000#2712*
am Mittwoch, 29. Juli 2020, 20:49

KBV-Versicherten­befragung

Da es bei der KBV keine Kassenzulassung für Arbeitsmediziner*innen gibt, sind auch unsere ca. 42 000 000 "Vollarbeiter" nicht in die Verle-genheit geraten, sich über die damit nicht gegebene fachärztliche KBV-Berufskrankheiten-Versorgung zu beschweren - und das trotz ca. 6-7 Berufskrankheiten-Todesfällen (Berufskrebs etc.) tagtäglich!
M. f. G.: MedDir a. D. Dr. Müsch
Avatar #109
Claas Hüttenrauch
am Mittwoch, 29. Juli 2020, 16:01

KBV-Ärztebefragung 2012-2020 : Zufriedenheit der Ärzte auf niedrigem Niveau

KBV & DÄ: Eine Framing-Gemeinschaft:

"Die KBV stellt den 150 000 niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten die Grundsatzfrage: Unter welchen Bedingungen soll die umfassende ambulante Versorgung weiter garantiert werden?..."
https://www.aerzteblatt.de/archiv/132372/Interview-mit-Dr-med-Andreas-Koehler-Vorstandsvorsitzender-der-Kassenaerztlichen-Bundesvereinigung-Sicherstellung-Freiheit-oder-Fessel

"...Keine festen Preise für alle Leistungen, Mengenbegrenzungen, eingeschränkte ärztliche Therapiefreiheit, Regresse, wachsende Bürokratie – das sind die Rahmenbedingungen, unter denen KBV und KVen gemeinsam mit den Vertragsärzten und Vertragspsychotherapeuten die ambulante medizinische Versorgung in Deutschland derzeit (2012) sicherstellen müssen..."
https://www.kbv.de/html/5701.php

Das Ergebnis 2020:
13 755 (36,3 %) der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz stammen aus dem Ausland bzw. besitzen ein ausländisches Arztdiplom:
"...Im Vergleich zum Vorjahr ist ihr Anteil um 0,9 Prozent von 35,4 auf 36,3 Prozent angestiegen.
Im Praxissektor beträgt der Anteil der Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland 32,7 Prozent, im Spitalsektor 40,2 Prozent.
Der Grossteil der ausländischen ärztlichen Fachkräfte stammt aus Deutschland (53,4 %), gefolgt von Italien (8,9 %), Frankreich (6,9 %) oder Österreich (6,0 %).
43,4 Prozent der Ärztinnen und Ärzte, die 2019 einen eidgenössischen Facharzttitel erworben haben, weisen ein ausländisches Ärztediplom aus. Sie haben folgende Herkunftsländer: Deutschland 45,9 Prozent, Österreich 14,2 Prozent, Italien 9,3 Prozent, Griechenland 7,1 Prozent, Frankreich 5,9 Prozent (weitere Länder: 17,6 %)..."
https://www.fmh.ch/files/pdf7/fmh-aerztestatistik-2019.pdf

Konsequenz der Ärztevertreter in der Schweiz:
Gerade die aktuelle Lage im Zusammenhang mit dem Coronavirus hat gezeigt, dass Massnahmen wie die Schaffung von Medizinstudienplätzen sowie der Erhalt von guten Arbeitsbedingungen für Ärztinnen und Ärzte – auch verglichen mit unseren Nachbarländern – für die Schweiz von grösster Bedeutung sind..."

Konsequenz der dt. Ärztevertreter:
"...Die Arbeitsbedingungen in den Praxen müssten so gestaltet werden, dass sich junge Ärz­te wieder verstärkt niederlassen – die „immer restriktiveren Eingriffe der Politik in die Praxen“, etwa bei der Digitalisierung, seien kontraproduktiv..."
Avatar #672734
isnydoc
am Mittwoch, 29. Juli 2020, 15:58

Versichertenbefragung im Auftrag der KBV - Ergebnis wie?

Vielleicht käme bei einem anderen Auftraggeber ein anderes Ergebnis zustande, das nicht so krass als "Eigenlob" zu werten wäre?
Immerhin weiss über ein Viertel der Befragten keine Antwort darauf, was denn in den nächsten Jahren die "grösste Herausforderung" für das Gesundheitswesen in Deutschland darstellen kann.
LNS

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