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Ausland

Coronakrise: Irans Ärztekammer warnt vor Pflegepersonalmangel

Mittwoch, 29. Juli 2020

/picture alliance, NurPhoto, Morteza Nikoubazl

Teheran – Die iranische Ärztekammer hat vor einem Mangel an Ärzten und Pflegern in der neuen Phase der Coronakrise im Land gewarnt. Bis jetzt seien 140 Ärzte und Pfleger an SARS-CoV-2 gestorben und mehr als 6.000 hätten sich infiziert, sagte Ärztekammer­sprecher Ali Fattahi heute.

Alle Bürger sollten sich, besonders nach dem dramatischen Anstieg der Fallzahlen, an die Hygienevorschriften halten, um einen Personalmangel in den Krankenhäusern zu verhin­dern. „Die Vorschriften nicht ernstzunehmen, könnte zu einer Katastrophe führen“, sagte der Sprecher nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna.

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Die medizinische Versorgung der Coronapatienten funktioniert nach Angaben des Ge­sund­heitsministerium zwar noch, aber ein weiterer Anstieg der Fallzahlen könnte landes­weit zu einem Engpass führen.

Die Lockerungen seit Ende Mai hatten dazu geführt, dass die Bevölkerung die Hygiene­vor­schriften und auch die Pandemie nicht mehr ernst nahm. Dementsprechend steigen seitdem auch die Fallzahlen. Schlimm ist es besonders in der Hauptstadt Teheran mit mehr als zehn Millionen Einwohnern, die seit gestern wegen der hohen Infektionsfälle zur roten Zone erklärt wurde.

Nach Angaben des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums sind binnen 24 Stunden erneut rund 200 Pa­tienten an dem Virus gestorben. Damit liege die Zahl der Todesopfer aktuell bei 16.343, so Sprecherin Sima Lari heute im Staatsfernsehen. Im gleichen Zeitraum wurden Lari zu­folge mehr als 2.600 Neuinfektionen erfasst. Somit stieg die Zahl der bisher nachgewie­senen Infektionen auf fast 300.000.

Meinungsverschiedenheiten innerhalb der iranischen Regierung gibt es auch im Zu­sam­men­hang mit den jährlichen Aschura-Trauerfeiern. Nachdem Ruhani angekündigt hatte, dass die Trauerfeiern veranstaltet werden sollen, behauptet das Gesundheits­ministerium, dass diesbezüglich das letzte Wort noch nicht gesprochen sei.

„Die Gesundheit der Menschen sollte genauso respektiert werden wie religiöse Traditio­nen“, sagte Vizegesundheitsminister Ali-Resa Raeissi gestern laut Nachrichten­agentur Isna.

Die Aschura-Feiern anlässlich der Ermordung des dritten schiitischen Imams Hussein im Jahr 680 haben in den letzten Tagen für hitzige Diskussionen im Land gesorgt. Der Klerus und auch Präsident Ruhani bestehen darauf, dass trotz der Coronakrise die Aschura-Zere­monien Ende August veranstaltet werden sollen.

Das Ge­sund­heits­mi­nis­terium ist dagegen, weil es bei Aschura zu großen Menschen­ver­sammlungen kommt und dementsprechend auch zu neuen Infektionen. © dpa/aerzteblatt.de

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