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Ärzteschaft

OP-Ausfall von 41 Prozent: Chirurgen fordern Anpassung von Pandemieplänen

Dienstag, 28. Juli 2020

/Damian, stock.adobe.com

Berlin – Während des Coronashutdowns ist die Anzahl der Operationen in Deutschland um 41 Prozent zurückgegangen. Das teilt der Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) unter Berufung auf Zahlen eines bundesweiten Benchmarking-Programms für OP-Prozesszeiten mit.

Selbst wenn nun mehr Eingriffe durchgeführt würden als vor der Pandemie, dürfte das Abarbeiten der aufgeschobenen Eingriffe mehr als ein halbes Jahr in Anspruch nehmen, so der BDC. Um derartig hohe Ausfälle planbarer OPs künftig zu vermeiden, fordern die Ärzte eine Anpassung der Pandemiepläne.

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Zu den am häufigsten auf einen späteren Zeitpunkt verschobenen Eingriffen zählte laut BDC mit 82 Prozent die Entfernung der Rachenmandeln, mit 80 Prozent Implantationen von Knieprothesen sowie Kataraktoperationen mit 79 Prozent. Gar nicht oder geringfügig abgenommen habe die Anzahl der Kaiserschnitte sowie der versorgten Knochenbrüche und Blinddarmentzündungen.

„Das Ziel des medizinischen Shutdowns, elektive Operationen weitestgehend zu verschie­ben und den medizinischen Betrieb von Volllast in einen auf COVID-19 ausgerichteten Notbetrieb umzusteuern, wurde in den Krankenhäusern vorbildlich umsetzt“, betonte BDC-Präsident Hans-Joachim Meyer in einer Mitteilung.

Es habe sich aber gezeigt, dass viele der für COVID-19-Patienten frei gehaltenen Betten gar nicht benötigt worden seien. Nun gelte es, die Lehren aus der Pandemie für eine mög­liche zweite Welle zu ziehen. „Dazu gehört auch, die Pandemiepläne so umzuarbei­ten, dass bei einem Anstieg des Infektionsgeschehens, die Krankenhäuser ihren Betrieb mit einem Anteil elektiver Operationen weiter aufrechterhalten können“, so Meyer weiter.

Er plädiere dafür, einen vollständigen Shutdown mit einer Priorisierung der Behandlung von COVID-19-Patienten möglichst zu vermeiden. Dies könne etwa durch die bundes­wei­te Entwicklung von Plänen zur Steuerung der Patienten unter Pandemiebedingungen ge­lingen. Meyer: „Diese sollten dann lokal und regional, durch sektorenübergreifende Gre­mien auf die Rahmenbedingungen vor Ort angepasst werden.“ © alir/aerzteblatt.de

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