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Politik

Kostenfreie Tests für Reiserückkehrer und Reha-Patienten

Dienstag, 28. Juli 2020

/totojang1977, stock.adobe.com

Berlin – Kostenfreie Tests soll es künftig nicht nur für Reiserückkehrer aus dem Ausland geben. Auch Patienten vor der Aufnahme in Reha-Einrichtungen sollen die Tests ohne Zuzahlung erhalten. Das sieht der Entwurf einer Testverordnung des Bundesgesundheits­ministeriums (BMG) vor, der zur Abstimmung an die Verbände geschickt wurde. Das Pa­pier liegt dem Deutschen Ärzteblatt vor.

Kostenfreie Testungen für Reha-Einrichtungen hatte es in der bisher geltenden Verordnung vom 9. Juni noch nicht gegeben. Dies war von vielen Einrichtungen kritisiert worden.

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Mit der Verordnung wird – wie in der öffentlichen Debatte diskutiert – vor allem die kos­tenfreie und grundsätzliche Testung von asymtomatischen Auslands­reisen­den geregelt. Eine Verpflichtung, wie sie für kommende Woche bereits angekündigt ist, ist in dieser Version der Verordnung noch nicht enthalten.

Demnach können sich nun alle „asymptomatische Personen, die sich außerhalb der Bun­desrepublik Deutschland aufgehalten haben“ testen lassen, auch ohne dass sie sich in bestimmten Gebieten mit schwieriger epidemiologische Lage vor Ort auf­gehalten haben.

In einem weiteren Absatz der Verordnung heißt es, dass diese Tests „für jeden Einzelfall erstmals nur dann erfolgen“ sollen, „wenn glaubhaft gemacht wurde, dass die Einreise aus dem Ausland nicht länger als 72 Stunden zurückliegt.“

Damit soll das „Risiko der Einschleppung von Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 aus dem Ausland durch Reisende minimiert“ werden, heißt es in der Begründung des Entwurfes. Und weiter: Es „sollen außerdem auch alle aus dem Ausland einreisende Personen grundsätzlich getestet werden können“, sofern sie drei Tage zuvor eingereist sind.

Wie auch schon in der Verordnungsversion vom 9. Juni gilt, dass „asymtomatische Perso­nen, die sich in einem Gebiet aufhalten oder aufgehalten haben, in dem sich laut Veröff­ent­lichung des Robert Koch-Instituts in einen ununterbrochenen Zeitraum von sieben Tagen bezogen auf 100.000 Einwohner dieses Gebietes mehr als 50 Personen neu mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert haben“ testen lassen können.

Für die Aufnahme in Rehabilitationseinrichtungen können künftig ebenso Tests zulasten der gesetzlichen Krankenversicheurng (GKV) vorgenommen werden wie analog auch bei Aufnahme in ein Pflegeheim oder in ein Krankenhaus.

Eine Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten hatte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) gestern angekündigt. Diese sollen voraussichtlich in der kommenden Woche in Kraft treten soll – über zuvor beschlossene freiwillige Testmöglichkeiten hinaus.

Er verteidigte zugleich die Beschränkung dieser Testpflicht auf Rückkehrer aus Risikolän­dern. Es sei „ja ein Eingriff in die persönliche Freiheit“, sagte er gestern Abend in der ARD. Ein solcher müsse „natürlich auch gut gerechtfertigt“ und „verhältnismäßig sein“. Zudem sei bei Risikoländern eine Testpflicht vom Infektionsschutzgesetz gedeckt.

Laut einer Liste des RKI zählen zu den Risikoländern aktuell etwa Ägypten, die USA, Russ­land und die Türkei. Aus der EU ist Luxemburg dabei sowie das Stadtgebiet von Bar­celona. Beliebte Urlaubsziele wie Italien oder Österreich stehen derzeit nicht auf der Lis­te.

Die AfD kritisierte zu pauschale Einschätzungen der Reiseziele. Die immer neuen Ideen der Bundesregierung schadeten der Reisewirtschaft und Menschen, die ihren Urlaub rechtssicher genießen möchten, sagte der Tourismusausschuss-Vorsitzende Sebastian Münzenmaier (AfD).

Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer, Klaus Reinhardt, sagte der Passauer Neuen Presse: „Aus ärztlicher Sicht ist es wünschenswert und vernünftig, dass sich alle Reiserückkehrer aus Risikoländern testen lassen sollen.“ © bee/dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #760158
wilhem
am Montag, 3. August 2020, 17:30

Ja

aber das Gegenteil COVID-19 ist ja "nur" eine Grippe ist auch kontraproduktiv, dann hält niemand mehr an einfach Abstandsregeln etc.
Avatar #745246
Andre B.
am Montag, 3. August 2020, 17:17

Nein ..... aber .....

Dies habe ich in KEINEM Wort auch nur angedeutet! Natürlich bin ich im Fall von Covid wie bei jeder andren Erkrankung auch dafür, das diese bestmöglich erforscht wird. Doch immer wieder die Kennzeichen von sehr seltenen schweren Verlaufsformen als Argumente für die vermeindliche potenzielle Gefährdung der Allgemeinheit ins Feld zu führen, empfinde ich allerdings als zumindestens wenig zieführend, wenn nicht sogar als kontraprduktive und schädliche Form der irrelvanten "Überinformation".
Avatar #760158
wilhem
am Montag, 3. August 2020, 17:01

Unterschiede

Alos heißt das im Umkehrschluss Influenza und COVID-19 unterscheiden sich so gut wie nicht; Folgeschäden sind auch gleich und solche Studien muss man nicht machen
https://www.aerzteblatt.de/treffer?mode=s&wo=17&typ=1&nid=115065&s=covid%2D19&s=folgen

Das ist doch ein bisschen einfach, und was meinen Sie zu den Lungenärzten
https://www.lungenaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/mediziner-sind-wegen-moeglicher-corona-spaetfolgen-alarmiert/
Avatar #745246
Andre B.
am Montag, 3. August 2020, 16:52

Welche Unterschiede genau?

Der folgende Link benennt die auch hier sehr selten, aber möglichen Komplikationen/Spätfolgen der Influnenza (Grippe) >>> http://www.gesundheits-lexikon.com/Impfungen/Grippe-Influenza/Folgeerkrankungen.html Wo genau sind da jetzt die expliziten Unterschiede?

Bezüglich Ihrem geposteten Link zum "Multiorganvirus" SARS-CoVid2, dazu als Beispiel folgender Auszug aus dem Link zur Influenza:

" Multiorganversagen (MODS, Multi organ dysfunction syndrome; MOF: Multi organ failure) – gleichzeitige oder sequentielle Versagen bzw. die schwere Funktionseinschränkung verschiedener lebenswichtiger Organsysteme des Körpers."
Avatar #760158
wilhem
am Montag, 3. August 2020, 16:32

Unterschiede gibt es halt und die

die Begleitschäden, die man momentan feststellt, (Bsp.: https://www.aerzteblatt.de/treffer?mode=s&wo=17&typ=1&nid=112987&s=folgeerkrankungen) sind auch andere als bei der Influenza. Weiter Unterschiede siehe
https://www.cdc.gov/flu/symptoms/flu-vs-covid19.htm

Avatar #745246
Andre B.
am Montag, 3. August 2020, 16:24

Kausalität - Fragezeichen

@Whilhelm

Was bitte soll die Darstellung eines möglichen und sehr selten schweren Verlaufs von Covid-19 in diesem Zuasmmenhang verdeutlichen, gemesen daran wie wenig Menschen überhaupt hospitalisiert werden müssen? Aktuell befinden sich bezogen auf 16509 aktiver Fälle, 272 Menschen in intensivmedizinischer Behandlung und das entspricht 1.65%. (https://www.intensivregister.de/#/intensivregister & https://experience.arcgis.com/experience/478220a4c454480e823b17327b2bf1d4/page/page_0/) Bei der hier angenommenen und ermittelten Sterblichkeit von 22%, läge die Anzahl der zu erwartenden Versterbenden bei circa 59 Personen, was widerrum im Bezug auf die Gesamtzahl an aktuell erfassten Infizierten 0.36% entspräche. Ein Vergleich mit der Influenca, ist also nicht nur in diesem Bereich durchaus möglich, plausibel und damit auch angebracht.
Avatar #760158
wilhem
am Montag, 3. August 2020, 15:27

Grippe vergleichbar???

Alse solche Ergebnisse hat man bei einer saisonalen Influenza weniger plink:

Auch eine optimale Behandlung mit künstlicher Beatmung kann das Leben von Risikopatienten mit COVID-19 häufig nicht retten. In Deutschland sind laut einer Kohor­tenstudie in Lancet Respiratory Medicine (2020; DOI: 10.1016/S2213-2600(20)30316-7O) ein Fünftel der stationär behandelten Patienten gestorben. Von den Patienten, die künst­lich beatmet werden mussten, überlebte weniger als die Hälfte.
Avatar #825141
plink
am Freitag, 31. Juli 2020, 13:46

..genauso ist das!

und alles wegen einer der saisonalen Influenza vergleichbaren Atemwegsinfektion - ich fasse es nicht!
Avatar #837377
Fuchs-Strobel
am Freitag, 31. Juli 2020, 00:43

@paul01

Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.

[Benjamin Franklin]

Das sollte, gerade in diesen Zeiten, nicht vergessen werden.
Avatar #837377
Fuchs-Strobel
am Freitag, 31. Juli 2020, 00:38

@paul01

Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.

[Benjamin Franklin]

Das sollte, gerade in diesen Zeiten, nicht vergessen werden.
Avatar #31227
paul01
am Mittwoch, 29. Juli 2020, 11:31

Bei Reiserückkehrern sind aber 2 Tests nötig

Wenn es nämlich beim Rückflug im Flugzeug oder überhaupt am letzten Tag der Reise zu einer Infektion gekommen ist, wird dies ein Test unmittelbar danach nicht erkennen können.
Daher muss man mind. 2 Mal testen.

Was mich daran stört ist, dass man damit die Unvernunft dieser Urlauber noch unterstützt. Man muss in diesen Zeiten nicht in Urlaub fahren - erst Recht nicht ins Ausland und schon gar nicht in Risikogebiete.
Die heimische Wirtschaft würde zudem davon profitieren, wenn alle zu Hause Urlaub machen würden.
LNS

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