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Israels Coronabeauftragter: Armee mehr in Anti-Virus-Kampf einbinden

Mittwoch, 29. Juli 2020

/picture alliance, ZUMAPRESS.com, Nir Alon

Tel Aviv – Israels neuer Coronabeauftragter Ronni Gamzu will die Armee deutlich stärker in den Kampf gegen das Virus einbinden. „Die Armee hat die Technologie, sie hat die Fä­hig­keiten“, sagte Gamzu gestern bei der Vorstellung eines Aktionsplans vor Journalisten.

Das Ziel sei es, die Ansteckungsrate unter den kritischen Wert von eins zu senken. Des­halb müssten noch mehr Coronatests gemacht und die Zeit vom Test über die epidemio­logische Untersuchung bis zur Quarantäne deutlich verkürzt werden.

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Gamzu sprach von einem „neuen Vertrag“ mit den Bürgern Israels. Er werde alles tun, um überflüssige Coronaeinschränkungen zu vermeiden, betonte er. Im Gegenzug verlange er von den Bürgern, im Kampf gegen das Coronavirus mehr mitzuhelfen.

Das Motto laute: „Minimum Einschränkungen, Maximum Diszpilin.“ Die Menschen müss­ten mehr Masken tragen, die Hygieneregeln einhalten und Abstand halten, mahnte Gam­zu. „Wir müssen verstehen, dass in den Krankenhäusern Not herrscht, die Krankheit brei­tet sich weiter aus“, sagte Gamzu.

Nach Angaben des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums sind bereits vier große Krankenhäuser in Israel zu mehr als 100 Prozent belegt. Eine Überlastung der Kliniken sei eine „rote Linie“, sagte Gamzu.

Die Zahl der Fälle von SARS-CoV-2 schnellt in Israel seit Ende Mai immer weiter in die Höhe. Gestern hatte die Zahl der Neuinfektionen mit 2.062 registrierten Fällen einen neuen Höchststand erreicht. Insgesamt hätten sich 66.805 Menschen mit dem Virus infi­ziert, davon seien 33.377 Fälle aktiv, 315 Patienten befänden sich in ernster Situation und 490 seien gestorben, so das Ge­sund­heits­mi­nis­terium laut israelischen Medien.

Von den 2.983 gestern durchgeführten Tests seien 8,4 Prozent positiv gewesen. Die Pan­demie erreichte den neuen Rekordwert am Vorabend des jüdischen Trauertags Tisha Be'­Aw, an dem die Juden der Zerstörung des ersten und des zweiten Tempels gedenken. Er beginnt heute Abend und ist, neben dem Gedenktag Yom-Kippur, für Juden der einzige 24-stündige Fasttag.

Die Wirtschaft des Landes leidet erheblich unter den Folgen der Krise. „Sehr viele Bürger sind in Not, haben ihre Arbeit verloren, Unter­neh­men gehen Bankrott“, sagte Gamzu. „Aber wir können die Krankheit besiegen, mit einer gemeinsamen Anstren­gung.“ © dpa/kna/aerzteblatt.de

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