NewsPolitikBislang haben nur vier KVen Coronatests abgerechnet
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Bislang haben nur vier KVen Coronatests abgerechnet

Mittwoch, 29. Juli 2020

/Ralf, stock.adobe.com

Berlin – Angesichts der Debatten um eine deutliche Ausweitung von PCR-Tests auf COVID-19 hat eine Zahl aus dem Bundesamt für Soziale Sicherung aufhorchen lassen: Laut einer Aufstellung der Bundesbehörde wurden bis Mitte Juli Kosten für PCR-Tests in Höhe von 800.000 Euro aus dem Gesundheitsfonds dafür abgerufen – angesichts steigender Testungen eine relativ geringe Zahl.

Auf Nachfrage des Deutschen Ärzteblattes beim Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) in Bonn heißt es: „Der veröffentlichte Betrag von 0,8 Millionen Euro ergibt sich aus den bis dahin von den Kassenärztlichen Vereinigungen Westfalen-Lippe, Hamburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen gemeldeten Beträgen.“

Anzeige

Damit haben nur vier der 17 KVen bislang Tests nach der „Verordnung zum Anspruch auf bestimmte Testungen für den Nachweis des Vorliegens einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2“ vom 8. Juni 2020 abgerechnet. Die direkte Abrechnung zwischen BAS und den KVen wird in der Verordnung festgeschrieben.

Demnach müssen die KVen monatlich einen Gesamtbetrag über die Vergütung der Leistung der Ärzte sowie einer Pauschale für die Abrechnung angeben. „Die Zahl der Tests wird nicht übermittelt“, heißt es vom BAS. Dabei werde „grundsätzlich“ am 15. Tag eines Monats an die Kassenärztlichen Vereinigungen ausgezahlt, heißt es weiter.

Auch die Finanzierungsdebatte für die zusätzlichen Tests für Reiserückkehrer wurde heute fortgesetzt. So erklärte eine Sprecherin des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums, dass die zusätzlichen Tests aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds bezahlt werden sollten.

Derzeit sind im Gesundheitsfonds 14,5 Milliarden Euro als Bundeszuschuss aus Steuer­mitteln enthalten. Über weitere Steuermittel solle im Herbst mit den Krankenkassen beraten werden. Das Ministerium kann allerdings noch nicht einschätzen, wie viel die zusätzlichen Tests kosten werden.

Seit dem ersten Bekanntwerden des Verordnungstextes für zusätzliche PCR-Tests Ende Mai geht das Ministerium von etwa 50 Millionen Euro Mehrausgaben pro einer Million zusätzlicher ungebündelter Tests aus. Wie viele Tests letztendlich tatsächlich abgerech­net und aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds abgerechnet werden, kann nicht beziffert werden. © bee/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

14. August 2020
Berlin – Im Chaos um die Beschaffung von Schutzmasken steht das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) von Jens Spahn (CDU) demnächt wohl vor Gericht. Nach Angaben des Landgerichts Bonn, wo die Behörde
Chaos um Schutzmasken: Händler fordern Millionen vom Ge­sund­heits­mi­nis­terium
14. August 2020
Kupferzell – Eine Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI) in der baden-württembergischen Gemeinde Kupferzell zur Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 zeigt die Wirksamkeit der Maßnahmen gegen die
Hohe Dunkelziffer bei Infektionen mit SARS-CoV-2 in Kupferzell festgestellt
14. August 2020
Karlsruhe – Es ist für viele in der Coronapandemie ein Horrorszenario, wenn Ärzte bei Behandlungsengpässen Patienten aufgeben müssen. Staatliche Vorgaben für die Entscheidung zwischen Leben und Tod
COVID-19: Entscheidung über Triage bleibt vorerst Ärzten überlassen
14. August 2020
Berlin – Die Bundesregierung hat die Aufarbeitung der Probleme bei Coronatests von Urlaubsrückkehrern in Bayern begrüßt. Es sei eine schwere Panne passiert, die sehr ernsthaft und bedauerlich sei,
Bund begrüßt Aufarbeitung der Coronatestpanne in Bayern
14. August 2020
Berlin – Die finanzielle Unterstützung der Krankenhäuser durch die Bundesländer in der Coronapandemie fällt sehr unterschiedlich aus. Das hat eine Umfrage des Deutschen Ärzteblatts (DÄ) unter den
Coronakrise: Länder unterstützen Krankenhäuser unterschiedlich
14. August 2020
Berlin – Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum, hat darauf hingewiesen, dass die Krankenhäuser die Auslastung, die sie vor der Coronapandemie hatten, auf
DKG: Normalbelegung im Krankenhaus wird weiterhin nicht möglich sein
14. August 2020
Berlin – Die Zahl der bekannten Neuinfektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 in Deutschland ist erneut leicht gestiegen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER