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Medizin

Studie: Mehr als die Hälfte der Slumbewohner in Mumbai hatte Corona

Mittwoch, 29. Juli 2020

/picture alliance, NurPhoto , Imanshu Bhatt

Mumbai – 57 % der Bewohner von 3 Slums in der indischen Millionenmetropole Mumbai haben laut einer neuen Studie Antikörper gegen die Lungenerkrankung COVID-19 im Blut. In Gebieten außerhalb der dicht besiedelten Slums hatten demnach lediglich 16 % entsprechende Antikörper.

Bei dem Corona-Antikörpertest im Juli seien knapp 7.000 Proben ausgewertet worden, teilten die Behörden in Mumbai mit, die am Test beteiligt worden waren. Die Werte sind entsprechend hochgerechnet worden.

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Diese Zahlen sind deutlich höher als die offiziellen Coronazahlen, viele Infizierte sind demnach also nie erfasst worden. Dies deute aber auch darauf hin, dass viele davon asymptomatisch waren, hieß es in der Mitteilung. Offiziell gab es bislang im Mumbai mehr als 110.000 Fälle.

Kürzlich erst ergab auch ein Corona-Antikörpertest in der Hauptstadt Neu Delhi, dass dort hochgerechnet knapp jeder 4. Mensch Antikörper im Blut hat, wie Indiens Gesund­heitsministerium in einer Mitteilung schrieb.

Die Coronaneuinfektionen in Indien mit 1,3 Milliarden Einwohnern nehmen weiter rasch zu. Allerdings hat sich der Anstieg in Mumbai und Neu Delhi zuletzt nach offiziellen Da­ten verlangsamt. Dies könnte Hinweise liefern, dass es dort Richtung Herdenimmunität gehen könnte, wie einige Beobachter sagen.

Indien ist derzeit nach Daten der Johns-Hopkins-Universität auf Platz 3 der insgesamt re­gistrierten Coronainfektionen weltweit – mit rund 1,5 Millionen Fällen. Davor sind Brasi­lien mit rund 2,5 Millionen und die USA mit mehr als 4,3 Millionen Fällen.

Indien hat demnach rund 110 registrierte Coronainfektionen pro 100.000 Einwohner, Brasilien etwa 1.200 und die USA etwa 1.330 jeweils pro 100.000 Einwohner. Die Test­strategie und Anzahl der Tests ist jedoch unterschiedlich in den Ländern. Deutschland hat laut Robert Koch-Institut bislang 248 registrierte Infektionen pro 100.000 Einwohner. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #640189
Dr. Stockmann
am Donnerstag, 30. Juli 2020, 10:11

Link zur Studie?

Liebe Redaktion, gibt es den Link zur Publikation? Es wäre interessant, ob es sich um eine repräsentative Querschnittsstudie mit random sampling handelt oder ob z.B. die Behörden zum Test aufgerufen haben. Letzteres würde deutlichen Bias in die Zahlen bringen und könnte zu einer Überschätzung der wahren Seroprävalenz führen, denn so einem behördlichen "Gratistest" würden vermutlich viele folgen, die Symptome gehabt haben.
Avatar #661708
Haiko
am Mittwoch, 29. Juli 2020, 22:43

2010 gab es auch bei der Schweinegrippe solche Tests

Mit gleichen Ergebnissen. Und dann auch damals der Nachweis, dass Risikogruppen halb so häufig starben, wenn sie vorher gegen Grippe geimpft waren.
Avatar #833365
HartmutSteeb
am Mittwoch, 29. Juli 2020, 18:12

Mumbai

Ich verstehe nicht, warum solche Artikel an der Oberfläche bleiben. Noch nie gab es solche Massentest. Wir haben gar keine Vergleiche, ob die Zahl der Infizierten bei einer "normalen" Grippe genau so hoch waren. Wichtig wäre doch, die Zahl der Infizierten ins Verhältnis zu setzen zu den Zahlen der Getesteten, der wirklich Erkrankten (ärztliche Betreuung, Kranken­haus­auf­enthalt) und der Sterbezahlen. Warum geben sich Journalisten mit solchen unvollständigen Vergleichen zufrieden?
LNS

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