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SARS-CoV-2: USA zählen mehr als 150.000 Todesfälle

Donnerstag, 30. Juli 2020

/picture alliance, ZUMAPRESS.com, Braulio Jatar

Washington – In den USA sind inzwischen mehr als 150.000 Menschen an den Folgen einer Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben. Die Schwelle wurde nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität gestern überschritten. Bis zum Abend wurden 150.447 Todesfälle ge­zählt. Zuletzt kamen weitere 1.267 verzeichnete Todesopfer binnen 24 Stunden hinzu.

Auch lag die Zahl der täglichen Neuinfektionen in den Vereinigten Staaten abermals über 60.000. Verzeichnet wurden nach Angaben der Universität weitere 68.086 Ansteckungs­fälle. Insgesamt wurden seit Beginn der Pandemie bereits mehr als 4,4 Millionen Infekti­o­nen in den USA registriert. Die USA sind sowohl von den Ansteckungs- als auch Toten­zahlen her das mit Abstand am schlimmsten von dem Coronavirus heimgesuchte Land der Welt.

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Im späten Frühjahr war die Zahl der Neuinfektionen zwischenzeitlich zurückgegangen, seither stiegen die Zahlen aber wieder drastisch an. Experten führen dies unter anderem auf eine zu schnelle Lockerung der Beschränkungen des öffentlichen Lebens zurück.

Besonders betroffen von der rasanten Ausbreitung des Virus sind Bundesstaaten im Süden wie Texas und Florida, aber auch Kalifornien an der Westküste. In Florida wurde gestern ein neues Rekordhoch bei den täglichen Totenzahlen verzeichnet. Binnen 24 Stunden wurden 216 an den Folgen der Infektion verstorbene Menschen gezählt, wie das Ge­sund­heits­mi­nis­terium des Bundesstaats mitteilte.

Kritiker machen das Krisenmanagement von Präsident Donald Trump für die dramatische Entwicklung mitverantwortlich. Der Rechtspopulist hatte die Gefahr durch das Virus zu­nächst lange Zeit kleingeredet – und dann auf eine rasche Rückkehr zur Normalität ge­pocht, um im Wahljahr 2020 die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen.

Lange Zeit machten der Präsident und sein Umfeld sich zudem über das Tragen von Schutzmasken lustig. Erst seit einigen Tagen empfiehlt nun auch Trump Mund-Nasen-Bedeckungen. Er trägt sie aber nur in Ausnahmefällen selbst und sendet nach wie vor widersprüchliche Botschaften zu der Pandemie aus.

Im Repräsentantenhaus in Washington wurde unterdessen eine Maskenpflicht eingeführt. Die Vorsitzende der Kongresskammer, Nancy Pelosi, ordnete an, dass Abgeordnete und Mitarbeiter ohne Atemschutz den Plenarsaal nicht mehr betreten dürfen.

Die Anführerin der oppositionellen Demokraten reagierte damit auf den Fall eines repu­blikanischen Abgeordneten, der sich mit dem Coronavirus infiziert hat. Der Parlamenta­rier Louie Gohmert aus Texas hatte kurz zuvor mitgeteilt, dass er positiv auf das Virus getestet worden sei. Er habe jedoch keine Symptome, sagte der 66-Jährige.

Gohmert ist ein Verbündeter Trumps. Er hätte gestern eigentlich mit dem Präsidenten nach Texas reisen sollen, deswegen war der Abgeordnete auf das Coronavirus getestet worden.

Gohmert hatte in den vergangenen Wochen im Kongress oft keine Maske getragen. Erst vorgestern hatte er im Repräsentantenhaus an einer Anhörung mit Justizminister Bill Barr teilgenommen. Gohmert unterhielt sich dabei in kurzer Distanz mit Barr, ohne dass beide einen Atemschutz trugen.

Der führende US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci warnte gestern vor einem Anstieg der Fälle in einigen Bundesstaaten. Er rief in einem Interview des Senders MSNBC dazu auf, dringend fünf Maßnahmen zu befolgen: Masken tragen, Menschenansammlungen meiden, einen Mindestabstand von mindestens sechs Fuß (rund 1,8 Meter) einhalten, Händewaschen und sich von Bars fernhalten oder diese, wo möglich, schließen.

„Wenn wir nicht anfangen, diese fünf Prinzipien ziemlich strikt zu befolgen, wird es un­ver­meidlich passieren, dass die Bundesstaaten, die noch nicht in Schwierigkeiten sind, wahrscheinlich in Schwierigkeiten geraten werden“, warnte der renommierte Immunolo­ge. Fauci ist Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten und gehört als Berater der Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses an. © afp/aerzteblatt.de

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