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Medizin

COVID-19: Impfstoff schützt Makaken zuverlässig

Donnerstag, 30. Juli 2020

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Bethesda – Ein RNA-Impfstoff, der nach der Sequenzierung des neuen Coronavirus SARS-CoV-2 innerhalb weniger Wochen konzipiert und produziert wurde und derzeit als einer der ersten in einer Phase-3-Studie klinisch getestet wird, hat in einer weiteren Studie an Makaken eine starke Immunreaktion erzielt, zu der laut der Publikation im New England Journal of Medicine (2020; DOI: 10.1056/NEJMoa2024671) eine Antikörper-Bildung gehört, die die Immunität von rekonvaleszenten Patienten weit übertreffen könnte.

Der Impfstoff mRNA-1273 gehört zu der Mehrzahl der derzeit entwickelten Nukleinsäure-Impfstoffe, die der Körper nach der intramuskulären Injektion selbst herstellt. mRNA-1273 besteht dabei aus einer „sequenz-optimierten“ Boten-RNA des Spike-Proteins, mit dem SARS-CoV-2 an den Zellen der Körpers andockt. Die RNA ist in Nanopartikeln verpackt, die sie auf dem Weg in die Zellen vor einer Zerstörung durch Nukleasen schützen.

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mRNA-1273 wurde nach der Veröffentlichung der Gensequenz durch chinesische Forscher innerhalb weniger Wochen von US-Forschern konzipiert und produziert. Die Vakzine hat als eine der ersten die Phase-1-Prüfung bestanden und wird derzeit von der Firma Moderna aus Cambridge/Massachusetts in einer Phase-3-Studie getestet.

Parallel zur klinischen Entwicklung haben Forscher des staatlichen Vaccine Research Center in Bethesda eine tierexperimentelle Studie an 24 Rhesusaffen durchgeführt. Sie sollte nähere Aufschlüsse über die zu erwartende Immunreaktion liefern. Anders als bei den klinischen Studien könnten die Tiere nach der Impfung mit dem Erreger infiziert und danach zur genauen Untersuchung der Infektion getötet werden. Dies liefert unter Umständen wertvolle Informationen zur Immunreaktion, auch wenn sich ein Erfolg der klinischen Studie natürlich nicht vorhersagen lässt.

Die jetzt von einem Team um Barney Graham vorgestellten Ergebnisse lassen jedoch vermuten, dass mRNA-1273 eine starke Immunreaktion auslöst.

In der Studie erhielten 3 Gruppen von jeweils 8 Rhesusaffen im Abstand von 4 Wochen 2 Injektionen mit 10 oder 100 µg mRNA-1273 oder mit einem Placebo. Schon nach der ersten Impfdosis kam es zur Bildung von IgG-Antikörpern gegen das Spike-Protein von SARS-CoV-2. Unter den Antikörpern waren auch solche, die in der Lage sind, eine Infektion von Zellen mit SARS-CoV-2 zu verhindern.

Die neutralisierende Aktivität war 12- bis 84-fach stärker als bei den Antikörpern, die im Blut von Patienten gefunden wurden, die sich von einer SARS-CoV-2-Infektion erholt hatten.

Der Impfstoff erzeugte laut Graham eine starke T-Zell-Antwort, wobei es vor allem zu einer Produktion von TH1-Zytokinen kam. Die Forscher werten dies als gutes Zeichen, da es im Fall einer TH2-Antwort zu einer „Vaccine-Associated Enhanced Respiratory Disease“ (VAERD) kommen könnte, die die Verträglichkeit der Impfung gefährden könnte.

4 Wochen nach der zweiten Impfdosis wurden alle Makaken absichtlich mit SARS-CoV-2 in der Nase und in der Trachea exponiert. Bei allen 8 mit Placebo geimpften Tieren kam es daraufhin zu einer Infektion. Bei den mit mRNA-1273 geimpften Tieren konnte das Virus nach 2 Tagen in beiden Dosis-Gruppen nur bei 1 von 8 Makaken in der Lunge nachgewiesen werden. In der Gruppe, die die höhere Impfdosis erhalten hatte, waren zu diesem Zeitpunkt auch in Nasenabstrichen keine Viren nachweisbar.

Die histologische Untersuchung der Lungen ergab, dass die Exposition mit SARS-CoV-2 zu einer Entzündung der kleinen Atemwege und des benachbarten interstitiellen Binde­gewebes geführt hatte. Die Alveolen waren mit Entzündungszellen angefüllt und in den Pneumozyten konnte Virus-RNA und Virus-Antigene nachgewiesen werden.

Diese Tiere waren an COVID-19 erkrankt. Bei den geimpften Tieren konnte das Virusantigen nur in einem Fall bei einem Tier nachgewiesen werden, das die niedrige Dosis erhalten hatte. Zu einer Erkrankung kam es jedoch nicht.

Die Ergebnisse lassen auf einen günstigen Ausgang der laufenden Phase-3-Studie hoffen. Bei einem erfolgreichen Abschluss könnte mRNA-1273 nicht nur der erste zugelassene Impfstoff gegen SARS-CoV-2 sein. Es wäre auch der erste Nukleinsäure-Impfstoff überhaupt in der Medizin. © rme/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #748578
Ferdinand Wolfbeißer
am Mittwoch, 5. August 2020, 19:10

Kein neuerlicher Stuss vom Impfgegner

Es ist überhaupt nicht selbstverständlich, etwas, bei dem offensichtlich ist, dass dessen Wirkung auf den Organismus nicht von neutraler Eigenschaft ist, in Scheinimpfstoffen zu haben. Dass die Wirkung von Aluminium auf den Organismus nicht von neutraler Eigenschaft ist, davon ist deswegen auszugehen, weil mit Totimpfstoffen ohne Aluminium keine Immunreaktion zu erhalten ist.
Hinsichtlich des Zitates, in dem von Todesfällen die Rede ist: Die betreffende Aussage der WHO-Sprecherin bezog sich auf Todesfälle, bei welchen die Ursache Impfung unstrittig ist.
Avatar #772524
Julius Senegal
am Dienstag, 4. August 2020, 20:52

wieder Stuss vom Impfgegner

Was haben plötzlich Todesfälle damit zu tun?
Also irgendwie was reindroppen ohne Sinn und Verstand.

Und natürlich vergleicht man Antigen+Zusatzstoffe mit Placebo+Zusatzstoffe. Das liegt eben an der wissenschaftlichen Fragestellung der klinischen Prüfung.

Schließlich hatte man fast 100 Jahre Zeit, die angebliche Gefährlichkeit der Al-Adjunanzien, weltweit, festzustellen - Fehlanzeige. Damit isses ungefährlich, auch wenn Impfgegner und andere Deppen "Aber, aber" blubbern.
Avatar #748578
Ferdinand Wolfbeißer
am Montag, 3. August 2020, 12:02

Kein Stuss vom Impfgegner

Die Feststellung „Würde man nicht tun, wenn Al-Adjunanzien gefährlich wären“ enthüllt nicht, warum man der Kontrollgruppe Al-Adjunanzien spritzt.
Hinweis: Dass etwas in der Medizin für ungefährlich gehalten wird, bedeutet nicht, dass dieses Etwas tatsächlich ungefährlich ist. Aus Arznei-Telegramm®: »Wie aluminiumhaltige Adjuvanzien die Immunantwort potenzieren, ist bis heute unklar« Eine Sprecherin der WHO: „Man sollte in der Lage sein, eine sehr sachliche Darstellung dessen zu geben, was genau passiert, was die Ursache für die Todesfälle sind, aber in den meisten Fällen gibt es auf dieser Ebene eine gewisse Verschleierung und daher gibt es immer weniger Vertrauen in das System.“
Avatar #772524
Julius Senegal
am Samstag, 1. August 2020, 22:53

wieder Stuss vom Impfgegner

Habe doch gerade geschrieben, dass man Al-Salze in Hyposensibilisierungen verwendet.
Würden sie gefährlich sein, würde man das nicht tun.

Auch das Argument mit der Placebogruppe ist doppelt Stuss. Natürlich vergleicht man Antigen+Zusatzstoffe gegen Placebo+Zusatzstoffe.
Würde man nicht tun, wenn Al-Adjunanzien gefährlich wären.

Noch mehr Stuss, oder haste fertig?
Avatar #748578
Ferdinand Wolfbeißer
am Samstag, 1. August 2020, 09:04

Julius Senegal

Mit "Aluminium" war nicht elementares Aluminium gemeint, sondern aluminiumhältige Adjuvanzien. Wenn Aluminiumverbindungen in Impfstoffen nicht problematisch sein würden, würde bei der Überprüfung des HPV-Impfstoffes in der Kontrollgruppe (Placebogruppe) nicht eine Lösung zum Einsatz kommen, die das aluminiumhältige Adjuvans so wie der echte Impfstoff enthält.
Avatar #772524
Julius Senegal
am Samstag, 1. August 2020, 00:25

Impfgegnerstuss wieder

1) Wie so ein mRNA-Impfstoff die DNA ändern? Stimmt, Impfgegnerblödsinn.
2) Elementares Al war nie drinnen. Die gegen Allergien eingesetzte Hyposensibilisierung enthält -oooops - Al-Salze: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25780491/
Avatar #692834
pseigonaut
am Freitag, 31. Juli 2020, 07:33

@catch-the-day

Der Impfstoff ändert nicht das Genom! Bitte nicht solche Aussagen treffen, wenn man von der Materie keine Ahnung hat. Danke!
Avatar #771752
catch-the-day
am Donnerstag, 30. Juli 2020, 18:35

Auswirkung auf folgende Generationen

Sicher ist ein genomverändernder Impfstoff erst dann zu bezeichnen, wenn über mindestens drei Generationen keine Schädigungen oder Mutationen auftreten.
Avatar #748578
Ferdinand Wolfbeißer
am Donnerstag, 30. Juli 2020, 17:45

Schützt zuverlässig

Ist bei diesen Impfstoffen auch sichergestellt, dass sich ihre Wirkung nicht auch gegen körpereigene Strukturen richtet, so wie das Impfstoffen nachgesagt wird, die Aluminium als biologischen Provokateur enthalten. >> https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/111857/Studie-Autoimmun-Antikoerper-in-der-Bevoelkerung-werden-haeufiger
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