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Coronakrise trifft Fresenius

Donnerstag, 30. Juli 2020

/dpa

Bad Homburg – Fresenius muss wegen der Coronakrise seine Ziele für das laufende Jahr korrigieren. Im zweiten Quartal schlugen sich die Folgen der Pandemie voll im Geschäft des Gesundheitskonzerns nieder.

Da der Klinikbetreiber viele Betten für Coronapatienten frei hielt und weniger sonstige Operationen stattfanden, wurde etwa die auf Flüssigmedizin, Narkosemittel und klinische Ernährung spezialisierte Tochter Kabi gebremst.

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Zudem ließ die Nachfrage nach Medikamenten zur Behandlung von Coronapatienten in Europa und den USA im Lauf des Sommers nach. Im China-Geschäft sprach Fresenius in­des nur von einer „schrittweisen Erholung“. Die Projekttochter Vamed musste Planungen aufschieben und schrieb Verlust.

Von April bis Juni kletterte der Umsatz von Fresenius um zwei Prozent auf 8,9 Milliarden Euro. Der Betriebsgewinn blieb mit gut 1,1 Milliarden Euro etwa stabil, während das um Sondereffekte bereinigte Konzernergebnis um 13 Prozent auf 410 Millionen Euro nach­gab. Vorstandschef Stephan Sturm sprach von „teils erheblichen Einschränkungen, ins­besondere im Krankenhausbetrieb“.

Er peilt nun für dieses Jahr währungsbereinigt ein Umsatzwachstum von drei bis sechs Prozent an, wie Fresenius heut ein Bad Homburg mitteilte. Der Gewinn unterm Strich werde inklusive Coronaeffekten in einer Spanne von minus vier Prozent bis plus ein Prozent liegen.

Bisher hatte Fresenius einen stärkeren Umsatzanstieg und ein Gewinnplus von bis zu fünf Prozent angepeilt. Das Kappen der Ziele ist schmerzhaft, da Fresenius schon 2018 zwei­mal die Prognose kürzen musste und nach einem Übergangsjahr wieder durchstarten wollte.

Deutschlands größter privater Krankenhausbetreiber hatte die Zahl der Intensivbetten für Coronapatienten im Frühjahr kräftig aufgestockt, ausgelastet wurden sie aber selbst auf dem Höhepunkt der Pandemie bei weitem nicht.

Zuwendungen des Bundes konnten den Effekt fehlender Einnahmen aus aufgeschobenen Operationen nur abmildern. Die Tochter Helios, die 86 Kliniken in Deutschland betreibt, verzeichne nun aber eine „allmähliche Zunahme“ von Behandlungen. In den Kliniken in Spanien kann Fresenius bisher nicht auf finanziellen Ausgleich bauen.

Als robust erwies sich die Dialysetochter FMC, die nach einem Umsatz- und Ergebniszu­wachs im zweiten Quartal ihre Jahresziele unverändert ließ. Trotz der Coronakrise konnte die ebenfalls im Dax notierte FMC den Betrieb in den weltweit mehr als 4.000 Dialyse­zentren ohne nennenswerte Unterbrechungen aufrechterhalten.

Dabei profitierte FMC auch vom Trend zur Heimdialyse, die Nierenpatienten eine komfor­tablere Blutwäsche zu Hause ermöglicht. Im zweiten Quartal stieg so die Zahl der Heim­dialysebehandlungen in Nordamerika nach der Übernahme des US-Konzerns NxStage kräftig um 15 Prozent. © dpa/aerzteblatt.de

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