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Amnesty: Befreite jesidische Kinder leiden unter schweren Traumata

Donnerstag, 30. Juli 2020

/picture alliance, Gabriel Chaim

Bagdad – Fast 2.000 aus der Gewalt der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) befreite jesidische Kinder leiden nach Angaben von Amnesty International noch immer unter psy­chischen und physischen Traumata.

Zahlreiche Überlebende von Versklavung, Vergewaltigung oder Folter durch den IS litten unter „kräftezehrenden langfristigen Verletzungen“, heißt es in einem heute veröffent­lichten Bericht der Menschenrechtsorganisation. Die nötige Versorgung bleibe den Kin­dern verwehrt.

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„Während der Albtraum ihrer Vergangenheit in den Hintergrund getreten ist, bleiben die Nöte dieser Kinder groß“, erklärte der stellvertretende Leiter des Amnesty-Krisenreak­tionsteams, Matt Wells.

Viele der jesidischen Kinder leiden demnach unter einem posttraumatischen Belastungs­syndrom, Stimmungsschwankungen oder werden immer wieder von grausamen Erinne­run­gen an ihre Gefangenschaft heimgesucht.

Der Amnestybericht basiert auf dutzenden Interviews mit Mädchen und Jungen, die wäh­rend ihrer IS-Gefangenschaft gefoltert, ausgebeutet oder zum Kampf mit der Waffe ge­zwungen wurden.

Nach Einschätzung von Amnesty könnte der Zugang zu Bildung Kinder beim Wieder­ein­stieg in die Gesellschaft helfen. Die Organisation beklagte jedoch, dass noch zehn­tau­sen­de einst versklavte jesidische Kinder in Flüchtlingslagern leben, in denen der Unterricht nur unregelmäßig stattfindet.

Nach ihrer Eroberung von Teilen des Nordirak 2014 hatte die IS-Milz tausende minder­jährige Jesiden unter ihre Gewalt gebracht. Sie wurden dazu gezwungen, zum Islam zu konvertieren und mussten Arabisch sprechen. Kommunikation in ihrer Muttersprache Kurdisch war ihnen verboten. © afp/aerzteblatt.de

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