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Armut: Diakonie weist auf prekäre Situation von Familien hin

Donnerstag, 30. Juli 2020

/dpa

Berlin – Angesichts des bevorstehenden Schulbeginns in einigen Bundesländern weist die Diakonie auf die prekäre Situation einkommensarmer Familien hin. „Wir müssen jetzt die Benachteiligung armer Kinder ausgleichen und endlich nachhaltig abbauen“, sagte Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diako­nie Deutschland, gestern in Berlin.

Gerade Kinder aus einkommensarmen Familien hätten unter dem Lockdown gelitten. Not­wendig sei „ein Neustart“. „Die erfahrene Benachteiligung muss dringend ausgegli­chen werden, damit nicht langfristige Folgen bleiben", erklärte Loheide.

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Sie bemängelte, die digitalen Lernformen, die während der Schulschließungen im Vorder­grund standen, hätten gerade von benachteiligten Kindern kaum genutzt werden können, da die technische Ausstattung gefehlt habe. Daher müsse nun die Förderung des digita­len Lernens zu einem „Kernanliegen“ der Bildungspolitik werden, betonte Loheide.

Zusätzlich müsse es Förderangebote für Kinder geben, die im Homeschooling nicht mit­gekommen seien. Bei den Coronahilfen sei die Benachteiligung von Kindern aus armen Familien kaum und viel zu spät im Blick gewesen. „Die Länder müssen jetzt kurzfristig dafür sorgen, dass jedes Kind die notwendige technische Ausstattung zur Verfügung hat, zumal ein erneuter Lockdown nicht auszuschließen ist“, so Loheide.

Auch der Bund sei in der Pflicht: „Es ist nicht nachzuvollziehen, dass beim aktuellen Ge­setzentwurf für die Grundsicherungsleistungen weiterhin keine Computerausstattung für Kinder vorgesehen ist. Wir riskieren, dass viele Kinder und Jugendliche den Bildungsan­schluss verlieren.“

Die Anlieferung von Mittagessen als Coronahilfe für Kinder, die Schule oder Kita nicht besuchen könnten, sei wenig hilfreich gewesen. „Sinnvoller wäre nach wie vor ein direk­ter Zuschuss für coronabedingte Nachteile und besondere Kosten“, so Loheide. „Sozial benachteiligte Kinder brauchen kein ,Essen auf Rädern', sondern eine besondere Förderung.“

Das Schulbedarfspaket von 150 Euro reiche „vorne und hinten“ nicht, kritisierte Loheide. „Gerade bei der Einschulung oder beim Wechsel der Schulform sind die Kosten deutlich höher als 150 Euro. Nötig wäre jetzt eine Neufassung, die mit dem neuen Gesetz zur Grundsicherung erfolgen kann. Dabei müssen die tatsächlichen Kosten für Schulmaterial Maßstab sein.“ © kna/aerzteblatt.de

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