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Politik

Impfen: Ziele bei deutschen Kindern werden weiterhin verfehlt

Donnerstag, 30. Juli 2020

/dpa

Berlin – Wichtige Impfziele werden nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bei Kindern in Deutschland weiterhin verfehlt. Das RKI hat erstmals Daten zum Impfstatus aus den Schuleingangs­untersuchungen und Abrechnungsdaten der niedergelassenen Ärzte in einem gemeinsamen Bericht ausgewertet und in einer Gesamtschau dargestellt.

„Die Ergebnisse zeigen, dass immer noch wichtige Impfziele verfehlt werden. Entschei­dende Impfquoten bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland sind in allen Altersbe­reichen zu niedrig“, betonte RK-Präsident Lothar H. Wieler heute.

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Zudem würden Impfserien zu oft später begonnen, als von der Ständigen Impfkommiss­i­on (STIKO) empfohlen, und nicht zeitgerecht abgeschlossen. Dadurch bleiben Kinder laut RKI unnötig lange ungeschützt. Zudem würden nationale und internationale Impfziele hinsichtlich der Impfquoten bei keiner Impfung erreicht.

Generell zeigt sich in den RKI-Auswertungen zum Impfstatus bei Schuleingang in den vergangenen Jahren ein leichter Rückgang bei den Impfungquoten gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten. Zudem gebe es bei der Inanspruchnahme aller Impfungen große regionale Unterschiede.

Bei den Masernimpfungen konnte über die vergangenen Jahre hingegen ein leichter An­stieg verzeichnet werden. Im Alter von 24 Monaten waren zuletzt 68 Prozent der Kinder zweimal gegen Masern geimpft.

Zum Schuleingang hatten 93 Prozent der Kinder die 2. Impfung erhalten. Für eine erfolg­reiche Eliminierung der Masern sind allerdings nach Ansicht von Experten mindestens 95 Prozent nötig.

Zudem waren zum 6. Geburtstag rund 35.000 Kinder in Deutschland gänzlich ohne Ma­sernimpfung. Durch das seit dem 1. März 2020 geltende Maserschutzgesetz soll der Impf­schutz erhöht werden.

Alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr müssen beim Eintritt in die Schule oder den Kindergarten einen Impfschutz oder eine Immunität gegen Masern vorweisen. Die Auswirkungen des Masernschutzgesetzes will das RKI in den zukünftigen Berichten untersuchen. © aha/aerzteblatt.de

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