NewsÄrzteschaftBrustkrebszentren: Ärztekammer Westfalen-Lippe mahnt Erhalt von Zuschlägen an
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Brustkrebszentren: Ärztekammer Westfalen-Lippe mahnt Erhalt von Zuschlägen an

Donnerstag, 30. Juli 2020

/dpa

Münster – Die Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) fordert den Erhalt der Kranken­kassen­zuschläge für Brustkrebszentren. Die im vergangenen Jahr vom Gemeinsamen Bun­desausschuss (G-BA) beschlossene Neuregelung der Finanzierung von klinischen Spit­zenzentren könne negative Auswirkungen auf die flächendeckende und wohnortnahe Versorgung in Brustzentren haben.

Konkret befürchtet die ÄKWL einen erheblichen Qualitätsverlust bei der Brustkrebsbe­handlung, da die Regelung des G-BA einen Großteil der Brustzentren in Nordrhein-West­falen (NRW) von einer ausreichenden Finanzierung ausschließe.

Anzeige

„Die Anforderungen des G-BA gefährden die bisher hohe Versorgungsqualität von Brust­krebspatientinnen in unserem Land erheblich“, so ÄKWL-Präsident Hans-Albert Gehle. Eine flächendeckende und wohnortnahe Versorgung von Brustkrebs in NRW sei damit nicht mehr gewährleistet.

Laut Beschluss des G-BA müssen in Krebszentren mindestens drei von sieben Tumorenti­täten – Darmkrebs, Brustkrebs, gynäkologische Krebsarten, hämatologische Neoplasien, Hautkrebs, Lungenkrebs und Prostatakrebs – Bestandteil der Versorgung sein. Der Anreiz zur Erbringung der zusätzlichen, qualitätssteigernden Leistungen entfalle damit, so die Ansicht der Kammer.

Dies habe einen negativen Einfluss auf die Bereitschaft der Kliniken, den hohen Standard der Brustkrebsbehandlung zu halten und weiter auszubauen. „Von jetzt etwa 50 Zentren mit 90 Standorten werden nach G-BA-Kriterien vermutlich weniger als zehn verbleiben“, prognostiziert Gehle.

Es sei zu befürchten, dass die Mehrleistungen der Brustkrebszentren in NRW, die einen nachgewiesenen Qualitätszuwachs und Mehrwert für Patientinnen mit sich bringen würden, angesichts der fehlenden Finanzierung künftig nicht mehr flächendeckend und wohnortnah erbracht werden können, so Gehle. © aha/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

5. August 2020
Brüssel – Gemeinsam mit Experten verschiedener Disziplinen hat die European Academy of Cancer Sciences (EACS) einen Maßnahmenkatalog zur Krebsbekämpfung entwickelt. Ihren Aktionsplan stellten die
Experten stellen europäischen Aktionsplan zur Krebsbekämpfung vor
3. August 2020
Hamburg – Nur knapp jeder fünfte gesetzlich Krankenversicherte geht während eines Jahres zum Hautkrebsscreening. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK).
Hautkrebs: Nur jeder Fünfte geht zum Screening
10. Juli 2020
Berlin – Krebsregisterdaten länderübergreifend besser nutzbar machen – mit diesem Ziel hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) ein Arbeitspapier mit ersten Eckpunkten erarbeitet. Das Papier,
Krebsregister: Ge­sund­heits­mi­nis­terium will Daten besser nutzbar machen
25. Juni 2020
Köln/Bonn – Die Deutsche Krebshilfe fördert ein neues Mildred-Scheel-Nachwuchszentrum am Centrum für Integrierte Onkologie (CIO) der Universitätskliniken Köln und Bonn. Beide Standorte arbeiten schon
Neues Mildred-Scheel-Nachwuchszentrum für Onkologie
4. Juni 2020
Bonn – Viele Krebspatienten und ihre Familien geraten wegen der Erkrankung in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die Coronapandemie könnte dies jetzt noch verstärken. Das befürchten die Deutsche
Pandemie könnte Armutsrisiko für Krebspatienten verschärfen
2. Mai 2020
Berlin – OP-Kapazitätsbeschränkungen zur Vorhaltung von Intensivkapazitäten für Patienten mit SARS-CoV-2-Infektion nehmen Einfluss auf die kolorektale Chirurgie in Deutschland – auch bei onkologischen
COVID-19-Pandemie: Folgen für die onkologische kolorektale Chirurgie
15. April 2020
Dortmund – Ein Mesotheliom des Hodens muss, wie alle anderen Mesotheliome auch, immer den Unfallversicherungsträgern als Verdacht auf das Vorliegen einer Berufskrankheit gemeldet werden. Darauf hat
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER