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Ausland

Strengere Maßnahmen im Norden Englands

Freitag, 31. Juli 2020

/picture alliance, empics, Joe Giddens

Manchester – Aufgrund eines starken Anstiegs von Infektionen mit SARS-CoV-2 sind in Teilen Nordenglands die Kontaktbeschränkungen verschärft worden. Betroffen davon sind Millionen Menschen im Großraum Manchester sowie Teile von West Yorkshire und East Lancashire.

Die Maßnahmen waren erst kurz vor Inkrafttreten heute Nacht verkündet worden, was auf Kritik unter anderem der Opposition stieß. Man habe schnell handeln müssen, sagte Ge­sund­heits­mi­nis­ter Matt Hancock in Interviews.

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In den betroffenen Regionen dürfen sich Mitglieder verschiedener Haushalte nicht mehr in Innenräumen und Privatgärten treffen. Sie sollen auch nicht gemeinsam Pubs und Restaurants besuchen. Die Maßnahmen gelten ebenfalls für die weiter südlich gelegene Stadt Leicester. Einige andere Einschränkungen dort werden aufgehoben.

Hancock führte die verstärkte Ausbreitung des Virus auf Nachlässigkeit bei der Einhal­tung der Abstandsregeln zurück. Die Regierung handle „schweren Herzens“, schrieb er auf Twitter. „Aber wir können einen Anstieg von COVID-19-Fällen in ganz Europa sehen und sind entschlossen, alles Nötige zu tun, um die Menschen zu schützen.“

Die Maßnahmen seien nicht getroffen worden, um gezielt die Feierlichkeiten beim isla­mi­schen Opferfest Eid al-Adha in Nordengland zu unterbinden, betonte Hancock auf Nachfragen in Interviews.

Kurz zuvor hatte Premierminister Boris Johnson vor einer zweiten Welle in Großbritannien gewarnt. In bis zu 30 Gebieten stiegen die Infektionszahlen „ein bisschen“ an, sagte er gestern bei einem Besuch im nordenglischen North Yorkshire.

Großbritannien ist in Europa am schlimmsten von der Pandemie betroffen: Bis gestern wur­den etwa 46.000 Todesfälle registriert. Es wird mit einer hohen Dunkelziffer gerech­net. Der Regierung wird vorgeworfen, zu spät und falsch auf die Krise reagiert zu haben. Jeder Landesteil – England, Schottland, Wales und Nordirland – entscheidet über seine eigenen Pandemiemaßnahmen.

Überfüllte Strände, Straßenpartys, große Beerdigungen, Andrang bei Sehenswürdigkeiten - viele Menschen in Großbritannien befolgen die Ausgangsbeschränkungen nicht. Eine zweite Welle ab Herbst könnte besonders dramatisch ausfallen, da sich das Virus in geschlossenen Räumen schneller verbreiten kann. Eine Grippewelle könnte die Lage verschärfen. Dann droht, so fürchten Experten, ein Kollaps des ohnehin schon maroden staatlichen Gesundheitssystems. © dpa/aerzteblatt.de

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