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Medizin

Verkalkung der Herzgefäße kann erblich bedingt sein

Freitag, 31. Juli 2020

/crevis, stock.adobe.com

Duisburg/Essen – Nicht nur die Lebensweise eines Menschen, sondern auch seine Gene können für Arterienverkalkungen verantwortlich sein, die häufig zu einer koronaren Herz­krankheit (KHK) führen. Das konnte ein interdisziplinäres Team der Medizinischen Fakul­tät der Universität Duisburg-Essen (UDE) nachweisen. Die Ergebnisse der Studie wurden im Journal Atherosclerosis veröffentlicht (DOI: 10.1016/j.atherosclerosis.2020.06.020).

Die Forschenden hatten für ihre Untersuchung über 5 Jahre 3.108 zufällig ausgewählte Teilnehmer der Heinz-Nixdorf-Recall-Studie untersucht. Diese gehört nach Angaben der Autoren zu den größten wissenschaftlichen Studien von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Zwischen 2000 und 2003 hatten Mediziner des Universitätsklinikums Essen (UK Essen) dafür mehr als 4.800 Probanden aus dem Raum Bochum, Essen und Mülheim zu kosten­freien Herzuntersuchungen eingeladen, um den Nutzen neuartiger Untersuchungsmetho­den zur Herzinfarktgefährdung zu erforschen. Seither werden die damals ausgewählten Probanden regelmäßig nachbeobachtet.

Für die aktuelle Studie konzentrierte sich das Team um Stefanie Klenke, Oberärztin der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am UK Essen, auf die Ursachen für Arteri­enverkalkungen, die eine KHK und in der Folge häufig Herzinfarkte auslösen können.

In der Regel werden vor allem klassische Risikofaktoren als Ursprung der Erkrankung untersucht: Bluthochdruck, Diabetes oder Rauchen. „Diese Faktoren allein können jedoch die verschiedenen Grade von Arterienverkalkung nicht erklären“, wird Klenk in einer Mit­teilung der UDE zitiert.

Das Team legte den Fokus daher auf erbliche Ursachen. Die Forschenden konzertierten sich dabei auf die G-Proteine (Guanosintriphosphat-bindendes Proteine), die in Zellen eine wichtige Signal-Funktion erfüllen. Bei bestimmten genetischen Varianten, soge­nannten Risiko-Allelen, ist diese Funktion jedoch gestört.

Bei Patienten mit solchen Risiko-Allelen ist eine stärkere und schnellere Verkalkung der Herzarterien den Angaben zufolge erheblich wahrscheinlicher – unabhängig von klassi­schen Risikofaktoren.

Entsprechend würden die Ergebnisse auf eine besondere Bedeutung dieser Gen-Varianten für das Voranschreiten der KHK hinweisen, erklärt Jürgen Peters, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am UK Essen laut Mitteilung. © alir/aerzteblatt.de

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