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Gewalt gegen Männer: Erhöhte Aufmerksamkeit notwendig

Montag, 3. August 2020

/satura_ , stock.adobe.com

Rostock – Männer werden nach Einschätzung der Rechtsmedizinerin Verena Kolbe we­sent­lich häufiger Opfer häuslicher Gewalt als offizielle Zahlen vermuten lassen. Grund sei, dass die Thematik bei den Betroffenen höchst schambesetzt sei und sie diese Delikte nur selten anzeigen, begründete die Leiterin der Opferambulanz an der Rostocker Univer­sitätsmedizin das vermutete große Dunkelfeld.

Kolbe rief deshalb Rettungsdienste, Notaufnahmen und niedergelassene Ärzte auf, auch bei Männern auf Spuren häuslicher Gewalt zu achten. Betroffene Männer sollten wissen, dass sie mit ihren Nöten genauso behandelt werden wie Frauen. Sie berichtete darüber zusammen mit dem Chef der Rechtsmedizin an der Unimedizin Rostock, Andreas Büttner, im Deutschen Ärzteblatt.

2018 wurden nach Angaben des Bundeskriminalamts 324 Frauen und 97 Männer Opfer versuchter und vollendeter Tötungen durch ihre (Ex-)Partner. Im gleichen Jahr wurden deutschlandweit rund 26.000 Männer Opfer von häuslicher Gewalt, gleichzeitig wurde das Delikt aber an 114.000 Frauen begangen.

Es sei zu beobachten, dass ein Großteil der von Gewalt betroffenen Männer zuvor selbst gegen die Partnerin gewalttätig geworden sei, sagte Kolbe. Gleichzeitig seien bis zu 40 Prozent der betroffenen Männer in der Kindheit selbst Opfer von Missbrauch beziehungs­weise Misshandlung geworden.

Nach Kolbes Ansicht sind Gewalt gegen Männer und die begleitenden Risikofaktoren nur wenig erforscht. Eine spezielle Fortbildung von medizinischem Personal, die Weiterent­wicklung der Präventionsarbeit sowie ein spezielles Angebot für betroffene Männer seien wünschenswert. © dpa/aerzteblatt.de

Kommentare

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Wolfgang Rödle
am Dienstag, 4. August 2020, 09:30

Gegen Gewalt, nicht gegen Gewalt am Geschlecht

Auch wenn ich mich zu diesem Thema wiederhole, möchte ich sagen, dass ich es gut finde, dass nun erneut ein Artikel die Gegenseite zeigt. Dennoch sollten wir das Thema nicht auf das eine oder andere Geschlecht beziehen, sondern die Ursache der Gewaltbereitschaft gegen die Mitmenschen, die uns am nächsten stehen, angehen.

Die Ursache ist vermutlich sehr komplex: Schmerzliche Erfahrungen in der Kindheit, Unzufriedenheit in Beruf, kein erfülltes Leben, nicht erfüllte Wünsche und Bedürfnisse, Angst aufgrund von schlimmen Krankheiten, Angst um geliebte Mitmenschen... Die Liste ist sehr lang.

Wir sollten versuchen unseren nahestehenden Mitmenschen zu helfen. Dann bekommt man auch ganz schnell Hilfe angeboten. Hilfe ist jedoch oft ebenso schwierig wie die Probleme. Aber manchmal reicht schon aufmerksames Zuhören und jemanden Zeit schenken.
LNS
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