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Ärzteschaft

Diabetes: Verbände für Videoschulungen als Kassenleistung

Dienstag, 4. August 2020

/agenturfotografin, stock.adobe.com

Berlin – Videoschulungen für Patienten mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2 haben sich in den vergangenen Monaten bewährt. Das hat eine Umfrage des wissenschaftlichen Instituts der niedergelassenen Diabetologen (winDiab), des Forschungsinstituts der Diabetes-Akademie Mergentheim (FIDAM) gemeinsam mit dem Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD), dem Bundesverband Niedergelassener Diabetologen (BVND), der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe ergeben.

Insgesamt 356 in der Diabetologie Tätige aus allen 17 KV-Bezirken nahmen an der On­line­befragung teil. 75 Prozent erachten die Internetstruktur in ihrer Praxis für die Online­schulung als ausreichend, 61 Prozent der Praxen sehen sich für die Online­gruppen­schu­lung technisch gut ausgestattet und 55 Prozent schätzen die Schulungs­kräfte als ange­messen technisch kompetent ein, um Videoschulungen durchzuführen.

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Fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent) empfand die Möglichkeit der Videoschulung als eine gute Alternative zur Präsenzschulung. Insgesamt bewerteten Praxen, die bereits Er­fah­rungen mit der Onlineschulung gesammelt haben, diese in allen Bereichen signifikant positiver als solche, die bislang noch keine Onlineschulungen durchgeführt hatten.

„Die Mehrheit der Befragten war zuversichtlich, Patienten ihrer Praxis zu einer Video­schu­lung motivieren zu können. Ein Technik-Check vor der Schulung erscheint jedoch unbe­dingt notwendig, um einen störungsfreien Ablauf zu ermöglichen“, sagte Nikolaus Sche­per, niedergelassener Diabetologe und Vorsitzender des BVND.

Ausgehend von den positiven Erfahrungen wünschen sich etwa ein Drittel aller Befrag­ten, dass die Onlineschulung einen festen Platz im Praxisangebot für strukturierte Schu­lungs- und Behandlungsprogramme erhält.

„Dies begrüßen wir sehr, da wir so weitestgehend auch technikaffine Patienten und Be­rufs­tätige schulen können oder Personen mit langen Anfahrtswegen zur Praxis“, sagte Nicola Haller, Vorsitzende des VDBD. Sie betonte aber, die Präsenzschulungen müssten „weiterhin Goldstandard der Diabetesschulung bleiben“.

Auf Basis der Umfrage fordern die Verbände nun „ein Parallelangebot von Präsenz- und Videoschulungen in der Diabetologie“, das die Krankenkassen auch übernehmen sollten.

„Voraussetzung ist, dass Videoschulungen nur mit den DMP-Diabetes zertifizierten struk­turierten Schulungs- und Behandlungsprogrammen durchgeführt werden. Und natürlich müssen die von der KBV gesetzten Datenschutzstandards eingehalten werden und nur zer­tifizierte Video­anbieter mit End-to-Endverschlüsselung genutzt werden“, sagte Monika Kellerer, Präsidentin der DDG. © hil/aerzteblatt.de

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