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Politik

Zweite Studie: Kaum Infektionen in Sachsens Schulen

Dienstag, 4. August 2020

/Christian Schwier, stock.adobe.com

Dresden/Leipzig – Keine akute Infektion, nur vereinzelt Antikörper, aber psychische Fol­gen des Lockdowns – das sind die Ergebnisse einer weiteren Coronastudie an sächsi­schen Schulen im Mai und Juni.

„Die akute Ansteckung lag bei Null. Von 2.599 Kindern und Lehrern war keiner infiziert“, sagte Wieland Kiess, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Leipzig, gestern.

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Bei der Vorstellung der Studienergebnisse in Dresden berichtete der Kinderarzt, dass sich in 0,6 Prozent der 2.338 Blutproben – 14 Proben – Antikörper als Hinweis auf eine über­standene Coronainfektion befunden hätten. Die Rachenabstriche und Blutproben waren von Schülern und Lehrern an zehn Grundschulen und neun Gymnasien in Sachsen ge­nommen worden.

Kinder seien im untersuchten Zeitraum kaum von Corona betroffen gewesen, fasste Kiess die Studienergebnisse zusammen, die eine Analyse seiner Dresdner Kollegen vom Juli be­stätigen. Auch nach dem Resümee dieser Gruppe hatten sich Schulen nach ihrer Wieder­eröffnung in der Coronakrise nicht als Schwerpunkte bei Infektionen erwiesen.

Verlust von Lebensqualität und „Fröhlichkeit“

Die Leipziger Mediziner fragten zudem 900 Kinder und Jugendliche nach psychischen Folgen der Schulschließungen. Beklagt wurde laut Kiess ein Verlust von Lebensqualität und „Fröhlichkeit“, vor allem in Familien mit Armut und niedriger Bildung.

„Die fehlende Tagesstruktur, nicht aufstehen zu müssen für die Schule, wird als Verlust angesehen.“ Dazu kämen ein massiver Anstieg der Mediennutzung und Kontaktverlust zu Gleichaltrigen.

Corona löse zudem Sorgen um Familie und Zukunft aus, bei Mädchen vorrangig auch um die Gesellschaft. „Über ein Fünftel der Kinder findet, dass das Leben nie wieder so sein wird wie vor COVID-19“, so Kiess. „Und drei Viertel sagten von sich aus, ich möchte bitte wieder in die Schule gehen.“ Sein Fazit: Schulschließungen schaden vor allem denen, „die sowieso wenig an Bildung teilhaben“.

Kultusminister Christian Piwarz (CDU) sah mit den Ergebnissen Sachsens Entschei­dung für die Schulöffnung im Mai bestätigt. In Sachsen haben sich bisher 5.543 Menschen mit SARS-CoV2 infiziert, die Zahl der Fälle erhöht sich seit Wochen nur geringfügig. Piwarz verlieh der Hoffnung Ausdruck, dass dies trotz Urlaubsrückkehrern so bleiben werde.

„Wir sind gut vorbereitet auf den Schuljahresstart, aber wir schauen auch auf das, was um uns herum passiert“, sagte der Minister. Er appellierte an die Bevölkerung, sich an die Regeln zu halten und solidarisch zu sein. „Es hängt vom Verhalten von uns allen ab, ob Kinder betreut und beschult werden können.“ © nec/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #764186
dl6mpg
am Dienstag, 4. August 2020, 19:02

Studien sind wichtig !

Die Studie in Dresden wird, so wie sicher auch die in Leipzig, weitergeführt und wird uns hoffentlich Aussage darüber geben, wie das Geschehen nach den großen Sommerferien sich verändert hat.
Avatar #104741
urgestein
am Dienstag, 4. August 2020, 18:50

Eisbärensuche in der Antarktis

Es ist wirklich beeindruckend, dass in einem Bundesland mit extrem niedrigen symptomatischen SARS-COV2-Fällen so eine Studie aus öffentlichen Mitteln gefördert und dann auch noch ernsthaft als wissenschaftliche Erkenntnis verbreitet wird.
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Eine DFG-finanzierte Studie zur Prävalenz der Malaria auf Sylt? Eine BMBF-gesponserte Untersuchung über Gelbfieberfälle im Allgäu?
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