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Medizin

Tiefe Hirnstimulation bei Zwangsstörungen: Optimiertes Verfahren

Donnerstag, 20. August 2020

/Mopic, stock.adobe.com

Berlin – Eine Forschungsgruppe der Charité – Universitätsmedizin Berlin hat die optimale Position von Stimulationselektroden bei der tiefen Hirnstimulation von Patienten mit Zwangsstörungen bestimmt.

Die so erreichbare Stimulation eines Fasertraktes könnte laut den Forschern eine Zwangsstörung künftig zuverlässiger und effektiver behandeln. Die Arbeit ist im Fachmagazin Nature Communications erschienen (DOI: 10.1038/s41467-020-16734-3).

Zwangshandlungen und Zwangsgedanken betreffen über 2 % der Bevölkerung. Eine Behandlungsmöglichkeit in schweren Fällen ist die tiefe Hirnstimulation, die auch bei anderen Erkrankungen wie dem Parkinson-Syndrom angewendet wird.

Dafür werden feine Elektroden in tief gelegene Hirnstrukturen implantiert und senden dort schwache elektrische Signale aus, um die gestörte Hirnaktivität ins Gleichgewicht zu bringen. Das optimale Zielgebiet für die Hirnstimulation bei Zwangserkrankungen war laut den Forschern aber bisher nicht genau bekannt.

Die Forschungsgruppe um Andreas Horn an der Klinik für Neurologie mit Experimenteller Neurologie der Charité konnte nun einen bestimmten Fasertrakt als optimales Zielgebiet ausweisen. Dafür untersuchte das Team 50 Patienten mit Zwangsstörungen an verschiedenen Zentren weltweit vor und nach Platzierung der Stimulationselektroden mittels eines Kernspins.

Damit konnten die Wissenschaftler Fasertrakte sichtbar machen und prüfen, welche davon selektiv durch die Elektroden stimuliert wurden.

„Diese Analyse zeigt uns, dass ein ganz bestimmtes Nervenbündel mit optimalen Ergeb­nissen verknüpft ist. Der Zusammenhang zeigte sich zuverlässig über die verschie­denen Patientengruppen aus Köln, Grenoble, London und Madrid hinweg“, erläuterte Horn.

Konkret erwies sich bei der Analyse ein bestimmter Fasertrakt zwischen Frontalhirnrinde und subthalamischem Kern als geeignetes Zielgebiet, um bei den Patienten zu klinischen Verbesserungen beizutragen.

Allein durch die Lokalisation der Stimulationselektroden konnten die Forschenden das Behandlungsergebnis in den beiden untersuchten und weiteren unabhängigen Gruppen zuverlässig vorhersagen. Ein Vergleich mit anderen Studien zeigte außerdem, dass sich die darin beschriebenen Zielgebiete ebenfalls im Bereich des neu identifizierten Fasertrakts befinden.

Die Wissenschaftler haben die dreidimensionalen Strukturen offen als Datensatz publiziert und sie so weltweit für Wissenschaftler und Ärzte zur Verfügung gestellt. © hil/aerzteblatt.de

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